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Ost-West-Vergleich: Geburten, Rauchen und Übergewicht können wir gleich gut

Die 25 Jahre seit dem Mauerfall haben in Deutschland große Umbrüche mit sich gebracht. Ost und West sind sich näher gekommen, aber nach wie vor gibt es Unterschiede.

Egal ob Ost oder West, Frauen bekommen 1,4 Kinder

Egal ob Ost oder West, Frauen bekommen 1,4 Kinder

BEVÖLKERUNG: Seit der Wende ist die Bevölkerung in Ostdeutschland deutlich geschrumpft. Zählte die DDR 1989 noch rund 16 Millionen Einwohner, so leben in den ostdeutschen Bundesländern - ausgenommen Berlin - aktuell noch knapp 12,5 Millionen Menschen. In den alten Ländern leben heute rund 64,6 Millionen Menschen.

LEBENSERWARTUNG:

1989 war im Osten mit durchschnittlich 73,5 Jahren ein deutlich kürzeres Leben zu erwarten als im Westen mit 76,0. Schon zur Jahrtausendwende schrumpfte diese Differenz laut Max-Planck-Institut für demografische Forschung von zweieinhalb Jahren auf weniger als ein Jahr. 2011 lebten West-Frauen im Schnitt nur noch gut einen Monat länger als Ost-Frauen, wogegen die Männer im Westen immer noch 14 Monate Vorsprung hatten gegenüber ihren Geschlechtsgenossen im Osten.

GESUNDHEIT:

Anfang der 90er Jahre starben in den neuen Bundesländern noch 1,5-mal mehr Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als im Westen. Inzwischen gibt es kaum noch Unterschiede. Auch extremes Übergewicht (Adipositas) war nach der Wiedervereinigung in den neuen Ländern häufiger verbreitet. Inzwischen gibt es in der Altersgruppe zwischen 25 und 69 Jahren kaum noch Unterschiede zwischen Ost und West.

TABAK und ALKOHOL: Vor 25 Jahren rauchten Ost-Frauen noch deutlich seltener als Frauen im Westen, während die Raucherquote bei den ostdeutschen Männer höher lag als im Westen. Heute gibt es keine signifikanten Unterschiede mehr. Anders beim Alkohol: Der Anteil der ostdeutschen Männer mittleren Alters, die täglich mehr als 24 Gramm Alkohol (zwei Standardgläser) trinken und sich damit im gesundheitlich riskanten Bereich bewegen, liegt um rund zehn Prozent höher als bei den Männern im Westen.

IMPFUNGEN:

Nach wie vor sind die Impfquoten zum Beispiel gegen Masern bei Kindern im Osten etwas höher. Auch gegen Grippe lassen sich im Osten laut Robert-Koch-Institut mehr Menschen (58 Prozent) impfen als im Westen (39 Prozent).

EINKOMMEN:

Beim Einkommen hat der Osten deutlich aufgeholt. Nach einer Untersuchung der staatlichen Förderbank KfW lag das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen in Ostdeutschland im vergangenen Jahr bei 17.700 Euro - das waren 84 Prozent des westdeutschen Niveaus. Vor rund 20 Jahren waren es nur 53 Prozent.

GEBURTEN:

Mit der Wende brach die Geburtenrate im Osten drastisch ein und erreichte Mitte der 90er Jahre mit durchschnittlich 0,8 Kindern pro Frau einen Tiefpunkt. Inzwischen hat sich das Niveau bundesweit weitgehend angeglichen - Frauen bekommen im Schnitt rund 1,4 Kinder. Nach wie vor ist das Alter der Mütter bei der ersten Geburt im Osten aber deutlich niedriger als im Westen.

TRAUSCHEIN: Ungeachtet dessen verläuft die Familiengründung in Ost und West immer noch anders. Während die Mehrheit der Kinder in den neuen Ländern (59 Prozent) nicht ehelich geboren werden, ist dieser Anteil in den alten Ländern nicht einmal halb so hoch (28 Prozent).

KINDERBETREUUNG:

Bei der Betreuung von Kindern hat der Osten nach wie vor eine Vorreiterrolle. Die Betreuungsquote liegt bei den unter Dreijährigen im Osten mit gut 50 Prozent rund doppelt so hoch wie im Westen.

ZUFRIEDENHEIT:

Laut einer ARD-Umfrage von 2013 sind die Menschen im Süden und Westen Deutschlands glücklicher als die Ostdeutschen. Andere Umfragen erkoren hingegen Norddeutschland zur Hochburg des Glücks - das ist also relativ.

Andrea Hentschel/AFP / AFP

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