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Crowdfunding-Kampagne erfolgreich Das Netz zeigt Herz für Berliner Lehrerin

In weniger als einer Woche kamen fast 4700 Euro zusammen. Eine Person spendete 1200 Euro für die Berliner Lehrerin.
In weniger als einer Woche kamen fast 4700 Euro zusammen. Eine Person spendete 1200 Euro für die Berliner Lehrerin.
© Colourbox.de
Die Kampagne für eine Berliner Lehrerin, die 4000 Euro Strafgebühr für ein angenommenes Schülergeschenk erstatten musste, ist erfolgreich. Ein Spender war besonders großzügig.

Zwar ist ihre Identität immer noch nicht publik geworden, doch die Solidarität mit einer Berliner Lehrerin ist ungebrochen. Die Frau hatte ein Abschiedsgeschenk ihrer Schüler im Wert von 200 Euro angenommen, woraufhin ein Vater sie angezeigt hatte. Berliner Lehrer dürfen nur Geschenke bis zu zehn Euro annehmen. Die Pädagogin musste 4000 Euro Strafe zahlen, die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein.

Hochgekocht war der Fall Ende 2014, als die "Bild" über einen neuen Geschenke-Knigge für Lehrer berichtete, der nach diesem Vorfall von der Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres erlassen worden war.

Eine Spende stach heraus

Als die Geschichte sich über Facebook verbreitete, erfuhr der Münchner Texter und Social-Media-Berater Florian Mayer davon und hatte spontan Mitgefühl mit der Lehrerin. Der Vorwurf der Vorteilsnahme bei einem Abschiedsgeschenk erschien ihm absurd. Mayer rief am 2. Januar eine Crowdfunding-Kampage mit der Idee ins Leben: "Geben wir der Lehrerin die 4000 Euro zurück, die der Staat ihr völlig unnötigerweise abverlangte" (der stern berichtete). Schon am Abend des 8. Januar war das Geld beisammen, inzwischen sind es sogar weit mehr als die zunächst geplante Summe.

Woran liegt es, dass das Geld so schnell zusammenkam? "Je mehr Medien über die Aktion berichtet haben, desto mehr Leute spendeten", erzählt der 31-Jährige. "Und dann hat am 8. Januar eine Person 1200 Euro gespendet, das ist natürlich unglaublich!", so Mayer, der über die eingezahlten Beträge bei der Kampagne informiert wird. "Ich hoffe, das war kein Versehen und jemand hat sich verklickt", sorgt er sich. In der Regel kommen die Summen beim Crowdfunding eher dadurch zustande, dass viele Menschen kleine Beträge einzahlen.

Wie geht es nun weiter? "In den nächsten Tagen werde ich versuchen, mit der Lehrerin zu sprechen. Ich hoffe, dass sie etwas von dem Crowdfunding mitbekommen hat und sich bei mir meldet", sagt der Münchner. Und dann wird sich herausstellen, ob sie das Geld überhaupt annehmen will.

bal

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