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4000 Euro wegen Annahme eines Abi-Geschenks: Crowdfunding-Kampagne für Berliner Lehrerin

Dass eine Lehrerin 4000 Euro Strafe für ein Geschenk ihrer Schüler zahlen musste, finden viele Menschen ungerecht. Nun wird der Berlinerin geholfen: Ein Münchner startete eine Crowdfunding-Kampagne.

4000 Euro sollen zusammenkommen, damit die Lehrerin davon die Strafe für ihr 200-Euro-Geschenk zahlen kann

4000 Euro sollen zusammenkommen, damit die Lehrerin davon die Strafe für ihr 200-Euro-Geschenk zahlen kann

Dass ein Abschiedsgeschenk eines Abikurses solche Konsequenzen haben kann, hat eine Berliner Lehrerin überrascht und bei vielen Menschen Mitgefühl ausgelöst: Die Pädagogin hatte von ihren Schülern ein Präsent im Wert von rund 200 Euro erhalten, die Jugendlichen hatten dazu untereinander gesammelt. Doch Lehrern, als Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes, ist das Annehmen eines Geschenks im Wert von mehr als zehn Euro verboten. Auf diese Weise soll Bestechung verhindert werden. Davon wussten aber offenbar weder die Lehrerin noch ihre Schüler. Die Beschenkte musste teuer dafür bezahlen: 4000 Euro Strafe verlangte die Staatsanwaltschaft, nachdem ein Vater die Frau angezeigt hatte.

Florian Mayer findet das ungerecht. "Die Gefahr der Vorteilnahme besteht doch bei einem Abschiedsgeschenk überhaupt nicht mehr", sagt der 33-jährige Münchner, der als Texter, Konzeptioner und Social-Media-Berater in einem Freelancerverbund arbeitet. "Das Gesetz müsste für solche Fälle überarbeitet werden." Mayer beschloss, spontan zu helfen. "Ich habe kürzlich zum ersten Mal selbst über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo etwas gespendet und habe dort nun eine eigene Kampagne für die Berlinerin erstellt", erzählt er. Bis zum 1. Februar kann hier bereits ab einem Euro eingezahlt werden. Rund 350 Euro sind bereits zusammengekommen.

"Ich werde die Lehrerin finden"

Zwar wurde über die unglückliche Geschichte der Lehrerin viel geschrieben, auch der stern berichtete, doch ihre Identität ist Florian Mayer bislang noch nicht bekannt. Aber der Münchner ist zuversichtlich: "Ich bin mir sicher: Ich werde die Lehrerin finden! Ich habe ja noch den ganzen Januar Zeit."

Für den Fall, dass die Pädagogin das Geld dann nicht annehmen möchte, hat sich Mayer auch schon was überlegt: "Sie könnte Alternativvorschläge machen, was mit den 4000 Euro geschehen soll. Das wäre ja bestimmt irgendwas in Berlin. Was mit Bildung vielleicht." Der gute Zweck ist also sicher, nun muss nur noch das Geld her.

bal

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