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Großbritannien Englischer Paralympics-Schwimmer über Diskriminierung: Will Perry ist "speiübel" von Spott und Respektlosigkeit

Der Paralymics-Athlet Will Perry, 21, in Tokio
Der Paralymics-Athlet Will Perry, 21, in Tokio
© John Walton / Picture Alliance
Der 21-jährige Athlet Will Perry ist kleinwüchsig. Auf der Straße wird er deshalb ausgelacht und verspottet – von Menschen, die ihn nicht kennen und nichts von seinen Leistungen wissen.

Der Brite Will Perry ist Leistungssportler: Der 21-Jährige trat als Schwimmer in Tokio bei den Paralympics 2021 an und holte für sein Heimatland gute Plätze in vier Disziplinen. Will Perry hat allerdings auch Achondroplasia, eine Form des Zwergwuchses. Probleme bereiten dem Briten, der hartes Training, Disziplin und Anstrengung gewöhnt ist, im Alltag aber vor allem Kommentare, die er nicht mehr ignorieren kann und will.

Der Sportler aus Northamptonshire reicht seinen Teamkollegen zwar gerade bis zum Bauchnabel, das macht ihn allerdings weder langsamer noch weniger entschlossen. Menschen, die ihn auf der Straße sehen, wissen allerdings nichts davon. Sie wissen nicht, was er leistet, kennen ihn nicht, kennen sei Leben nicht. Für Außenstehende ist Will Perry ein Mensch, der kleiner ist als andere – und deshalb offenbar belustigend. Er berichtet, dass er oft in der Öffentlichkeit ausgelacht oder sogar ungefragt gefilmt wird.

Will Perry klagt respektloses Verhalten an

"Meine Kleinwüchsigkeit macht mich zur perfekten Zielscheibe für Pöbler und Witzbolde. Ich vermute, daran haben auch die sozialen Medien und Filmemacher schuld, die Kleinwüchsige immer als albern darstellen, als witzige Figuren", sagt Perry gegenüber der BBC. Ihm sei inzwischen "speiübel" von ständigen Beleidigungen, schlechten Witzen und anderen völlig unangebrachten Reaktionen im Alltag. Bitter erinnert er sich, dass er nach den Olympischen Spielen noch auf einer großen Party der Sportler und Organisatoren war, feierte und gefeiert wurde – doch schon am nächsten Tag war er wieder nur noch ein Spottobjekt für seine Mitmenschen, kein paralympischer Held mehr.

Auf Instagram forderte er nun seine Mitmenschen auf, ein so verletzendes Verhalten einzustellen. "Ich hoffe, wir können ein endgültiges Ende für solchen Spott herbeiführen. Lasst uns das verändern!" Und viele, viele Menschen stimmten ihm zu, unterstützen die Forderung nach mehr Respekt und verurteilten Personen, die so wenig Schamgefühl haben, dass sie sich über andere, ihnen völlig unbekannte Menschen lustig machen. Somit gelang es Perry in jedem Fall, Aufmerksamkeit für das Problem zu schaffen – und so womöglich etwas zu verändern.

Quelle:  BBC, Instagram

wt

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