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Australien: Frau darf sich mit Sperma ihres verstorbenen Freundes befruchten lassen

Lange musste Ayla Cresswell darum kämpfen, sich mit dem Sperma ihres verstorbenen Freundes befruchten lassen zu dürfen. Zwei Jahre prüfte das Gericht den ungewöhnlichen Fall. Nun bekam sie die Erlaubnis.

Eine Frau geht über einen Feldweg

Eine australische Frau will ein Kind von ihrem verstorbenen Freund. Das Gericht in Brisbane erlaubt es ihr – nach zwei Jahren Verhandlung. (Symbolbild)

Für Ayla Cresswell wird ein Traum wahr, den sie seit Jahren träumt: ein Baby von ihrem Freund. Drei Jahre lang war sie mit Joshua Davies zusammen, die beiden sprachen von Hochzeiten, träumten von einem gemeinsamen Kind. Ayla war noch im Juli 2016 bei ihrem Gynäkologen gewesen, der ihr beste Voraussetzungen für eine Schwangerschaft bescheinigte. Doch dann kam der 23. August 2016, an dem die Australierin aus Toowomba, Queensland, ihren Freund um 6.30 Uhr morgens leblos auffand. Die große Liebe war tot. Aber die Sehnsucht nach einem Kind von ihm nicht.

Ayla reagierte schnell. Sie wollte sein retten und für eine Entnahme blieben nur 24 Stunden Zeit. Sie musste den Rechtsweg beschreiten. Es war das erste Mal, dass das Gericht in Queensland mit einem solchen Antrag konfrontiert wurde. Während die Entscheidung für die Erhaltung und Verwahrung der Spermien schnell vonstatten ging, zog sich das Urteil für den nächsten Schritt über fast zwei Jahre hin: Würde sich Ayla damit befruchten lassen dürfen?

Sperma eines Toten: Der Kampf hat sich gelohnt

All die Bemühungen, die Ayla und Joshuas Familie seit dessen Tod auf sich genommen haben, wurden am Dienstag, den 19. Juni, belohnt. Richterin Sue Brown fällte beim Obersten Gerichtshof ein richtungsweisendes Urteil, indem sie entschied, dass der Traum des Paares auch nach dem Tod des Partner wahr werden darf.

Vor der Entscheidung hatte sich Mrs Brown darüber vergewissert, dass Ayla Creswell sich bewusst ist, mit welchen Schwierigkeiten es tagtäglich verbunden ist, allein ein Kind großzuziehen. Eine Psychologin, die Ayla konsultiert hatte, erklärte, dass die junge Frau genug Zeit zu trauern hatte und nun in der Verfassung sei, es mit den Herausforderungen als alleinerziehende Mutter aufzunehmen. Ayla selbst gab an, sich dazu fähig zu fühlen, sie hätte ein Haus gekauft und genug Ersparnisse für die künstliche Befruchtung.

Die Familie des Freundes hilft

Auch Joshuas Eltern wurden angehört, die ihre Unterstützung beteuerten und versicherten, ihr Sohn hätte sich gewünscht, das Ayla ein Kind von ihm bekommt. Und sogar mehr: Sie sagten, dass es ihm eine Ehre gewesen wäre, dass sie sich ein Kind von ihm wünschte. Last, but not least, bewies ein Freund Joshuas mit einem SMS-Chat, dass der Verstorbene Vater werden wollte.

Nun kann Ayla schwanger werden.

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