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Essay von Barack Obama : "Für meine Töchter ist es wichtig, dass ich Feminist bin"

Barack Obama outet sich nicht das erste Mal als Feminist. Doch in seinem Artikel für eine Frauenzeitschrift setzt sich der US-Präsident ausführlich mit dem alltäglichen Sexismus auf der Welt auseinander – und ruft zu einer Veränderung auf.

Barack Obama und seine Tochter Malia

Barack Obama und seine Tochter Malia

Seine Witze. Seine Unaufgeregtheit und Sachlichkeit. Seine Begeisterung für Kinder. Die Liebe zu seiner Familie. Die Kunst der richtigen Worte zur richtigen Zeit. Es gibt viele – zugegebenermaßen nicht immer politische – Gründe, Barack Obama zu vermissen, wenn er bald das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten von Amerika abgibt. Egal, wer auf ihn folgen wird – Obama hat in den vergangenen siebeneinhalb Jahren viele Fans auf der gesamten Welt gewonnen, die seinen Abschied bedauern werden. Mit einem Aufsatz für die Frauenzeitschrift "Glamour" zeigte der 44. Präsident der USA nun einmal mehr, warum er fehlen wird.

"Barack Obama sagt, so sieht ein Feminist aus" steht über dem Artikel und einem Bild von Obama aus dem Jahr 1980 – einem sehr lässigen Bild des damaligen Jurastudenten. "Präsident zu sein hat seine schwierigen Seiten. Aber es gibt auch ein paar Vorteile", beginnt Obama seinen Text. "Außergewöhnliche Menschen im ganzen Land kennen lernen. Ein Amt innehaben, in dem du wirklich etwas bewegen kannst. Air Force One." Doch der größte und vollkommen unerwartete Vorteil seines Jobs sei es gewesen, so nah an seiner Arbeitsstelle zu wohnen. 45 Sekunden brauche er von seinem Wohnzimmer bis in sein Büro, das Oval Office. Dadurch habe er viel mehr Zeit gehabt als zuvor, seinen Töchtern beim Erwachsenwerden zuzusehen.

Barack Obamas Töchter: Aufwachsen im Blick der Öffentlichkeit

Malia und Sasha, die zwei Töchter von Michelle und Barack Obama, waren zehn und sieben Jahre alt, als ihr Vater zum Präsidenten gewählt wurde. Das Weiße Haus verlassen werden sie mit 18 und 15 Jahren. Es sei nicht immer einfach, Vater zweier Töchter zu sein, schreibt Obama in dem "Glamour"-Artikel. "Doch es gibt eine Sache, die mich für ihre Zukunft optimistisch stimmt: Es ist eine außergewöhnliche Zeit um eine Frau zu sein." So viel habe sich in den vergangenen 100, 50 und auch den letzten acht Jahren für Frauen verbessert. Verbesserungen, die der Präsident würdigt, doch die ihm noch nicht weit genug gehen.

"Aber gleichzeitig haben wir noch viel Arbeit vor uns, um die Chancen von Frauen und Mädchen hier und auf der ganzen Welt zu verbessern." Diese Arbeit sei nicht rein politischer Natur, schreibt Obama. Stattdessen müsse jeder einzelne es schaffen, sich und damit die Gesellschaft zu verändern. Noch viel zu oft würden Männer und Frauen in Schubladen gesteckt und ihr Verhalten an geschlechtertypischen Stereotypen gemessen. Es müsse aufhören, dass Mädchen kritisiert werden, wenn sie für ihre Rechte einstehen und dass Jungs nicht weinen dürfen. Dass Männer für ihre Sexualität belohnt und Frauen für ihre bestraft würden.

Lasst uns gleich sein – und frei

"Wenn du der Vater zweier Töchter bist, wird dir noch viel stärker bewusst, wie Geschlechterstereotypen die Gesellschaft durchziehen. Du siehst die subtilen und die so gar nicht subtilen gesellschaftlichen Signale. Du fühlst den immensen Druck unter dem Mädchen stehen, was ihr Aussehen, ihr Verhalten und sogar ihr Denken betrifft."

Es sei wichtig für seine Töchter, dass er ein Feminist sei, "denn so werden sie es von allen Männern erwarten." Obama nimmt alle Männer in die Pflicht, gemeinsam mit den Frauen gegen Sexismus zu kämpfen. Ohne all diese Stereotype wäre es gleich viel einfacher, nur wir selbst zu sein. "Darum geht es im Feminismus des 21. Jahrhunderts: Die Idee, dass wenn wir alle gleich sind, wir alle freier sind."

Obama vor Ende seiner Amtszeit: Ein Präsident, der der Welt fehlen wird
Barack und Bo - von Anfang an unzertrennlich: Im April 2013 läuft der US-Präsident einen Flur im Weißen Haus entlang, dicht gefolgt von seinem neuen Vierbeiner,  einem portugiesischen Wasserhund. Bo war zu diesem Zeitpunkt erst sechs Monate alt und ist mittlerweile ein festes Mitglied der Familie Obama geworden. Er war ein Geschenk von Senator Ted Kennedy und seiner Frau Victoria an die Präsidenten-Töchter Sasha und Malia.

Barack und Bo - von Anfang an unzertrennlich: Im April 2013 läuft der US-Präsident einen Flur im Weißen Haus entlang, dicht gefolgt von seinem neuen Vierbeiner,  einem portugiesischen Wasserhund. Bo war zu diesem Zeitpunkt erst sechs Monate alt und ist mittlerweile ein festes Mitglied der Familie Obama geworden. Er war ein Geschenk von Senator Ted Kennedy und seiner Frau Victoria an die Präsidenten-Töchter Sasha und Malia.

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