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Bayern-Reihe

Bei Herrmanns dahoam: Zaubertrank beim Fasching: "Des is oans der stärkstn Sachn, die i je drunga hob!"

Für den stern erzählt Claudia Herrmann mit einem ordentlichen Schuss Selbstironie, wie es bei ihnen "Dahoam in Bayern" so zugeht. Beim Faschingsumzug geht es, wie so oft in Bayern, vornehmlich ums Saufen.

Faschingsumzug  mit Wikingerverkleidung

Asterix und Obelix als Karnevalsmotto: Wenn die Verkleidung gut zur Figur passt, also keine allzu große Mühe macht, dann ist man wohl beim Fasching in Bayern

Getty Images

Jetzt ist ja wieder Hochzeit im Karneval. Überall Karnevalsumzüge, Kamelle, Kostüme und die ewige Frage: "Alaaf" oder "Helau"? Wir hier in Bayern haben auch Karneval. Das heißt da nur Fasching. Und es gibt auch in jedem Ort ein Prinzenpaar. Bei uns hier ist das die Woidl Katl (die Katharina Waldherr) und da Stallerer Lucki (Ludwig Staller). Sie haben einen recht schönen Prinzenpaar-Tanz einstudiert dieses Jahr. Es gibt sogar eine Hebefigur!

Wir haben auch eine Prinzengarde! Wenn ich mir in den diversen Faschingshochburgen so die Garden im Fernsehen anschaue, sind das immer hübsche, schlanke Mädels, die verschiedene Flickflacks und kunstvolle Einlagen zeigen. Außerdem sehen die alle super aus! Bei uns gibt's nur eine unter 60 Kilo. Die kann auch einen Spagat. Die ist hier auch der Star. Der Rest ist ... sagen wir mal wie in der Schule: "Sie war immer sehr bemüht."

Wir sind recht pragmatisch veranlagt

Wir haben hier auch einen Faschingsumzug. Der heißt im Bayrischen "Gaudiwurm". Das ist in jedem Dorf/Ort in Oberbayern anders geregelt. Manche haben jedes Jahr einen Gaudiwurm. Manche alle fünf und manche sogar nur alle zehn Jahre. Dafür ist das dann auch ein Top-Event. So wie in unserer Nachbarsgemeinde letzten Sonntag. Da gilt eben die Zehn-Jahres-Regel und die hatten geschätzte 10.000 Besucher! Auf 1806 Einwohner! Sagenhaft.

Die haben sich dort aber auch echt Mühe gegeben. Die örtlichen Trachtler haben sich das Motto Asterix und Obelix zu eigen gemacht. Der Trachtler-Chef antwortete auf die Frage, welchen Grund dieses Motto hatte: "Ja mei, woast, mia ham so an Haufen guad baute Trachtler bei uns, dass ma uns dacht ham, für'n Obelix brauchen die koa große Verkleidung." Die Trachtler denken nämlich zweckmäßig. Sie hatten dann auch einen Miraculix, der in einem großen Topf Zaubertrank braute, den er an die Gaudiwurm-Zuschauer ausschenkte. Ich hab dankend abgelehnt, aber den neben mir stehenden Schreiner gefragt, wie der Zaubertrank denn so sei. "Des is oans der stärkstn Sachn, die i je drunga hob!", lallte er mir zu. Und der Schreiner ist diesbezüglich im Training!

Sie hatten sogar einen Troubadix. Den haben sie hinten am Wagen an allen Vieren hingehängt und hin und wieder hat ihm der Miraculix Zaubertrank in seinen Mund gefüllt. Ich glaub, das war ganz gut, dass der da so hing, weil laufen hätte der nicht mehr können.

Kostüme können wir hier nicht so gut

Überhaupt Alkohol. Die Faschingswägen haben schon auch Süßigkeiten für die Kinder, aber weit mehr Alkohol für die Großen. Und an jedem Wagen bekommt man ein alkoholisches Getränk in Form von kleiner Flasche, Plastikbecker, Bierkrug, Glasflasche, Schnapsglas oder sogar aus einem Horn gereicht. Nachfolgender Herpes inklusive! Und immer ganz verschiedene Alkoholika. Vom Bier über Schnaps über Cocktail bis hin zum Likör. Ich glaub ja schon, dass der Rest vom Karneval-Deutschland auch gern mal einen trinkt, aber die Kölner und Düsseldorfer sind herzlich eingeladen, die Challenge hier in Oberbayern mal mitzumachen.

Wobei in Köln und Düsseldorf, und wo man sonst noch überall Karneval feiert, haben die echt tolle Kostüme. Ist mir aufgefallen. Es ist schon ein bisschen besser geworden bei uns, was die Kreativität angeht. Grundsätzlich aber ist es so, dass dem bayrischen Eingeborenen am Samstag um 16 Uhr auffällt, dass man heute um 19 Uhr zum "Village on Fire"-Ball der Freiwilligen Feuerwehr muss und kein Kostüm hat. Dann kramt man die alte John-Lennon-Sonnenbrille aus dem Keller, sucht die uralte Schlaghose, zieht das Hawaiihemd an und geht als Hippie. Alternativ der Rocker, bestehend aus einer Jeans, Sonnenbrille, Lederjacke und schwarzem Stirnband. Die Pros im Dorf haben sich einmal ein Kostüm gekauft und gehen jedes Jahr als Nonne, Polizist oder Indianer. Immer gleich. Die letzten 15 Jahre. Die, denen gar nichts einfällt, tragen einfach einen lustigen Hut.

Zurück zum Gaudiwurm

Aber wir waren ja beim Gaudiwurm. Der war so super dieses Jahr im Nachbardorf! Unser Nachbartal, die Jachenau, wurde da dieses Jahr sehr verarscht. Die Jachenau war heuer nämlich aufgrund des vielen Schnees für einige Tage eingeschneit. Das war gar kein Problem, die Jachenauer fanden es super, weil endlich mal nicht so viel los war. Außerdem war der Ort schon erreichbar. Mit diversen Feuerwehrautos und Unimogs – kein Problem. Aber trotzdem hat sich in den umliegenden Gemeinden der Witz entwickelt, dass es in der Jachenau nicht mehr genug Klopapier gibt. Deswegen wurde am Gaudiwurm von allen Wagen großzügig Klopapier verschenkt mit der Bitte, es den Jachenauern zu spenden.

Da eben jene Jachenauer von der Außenwelt abgeschottet waren, hatte man Angst vor einem Stromausfall-Prinzip. Kennen Sie das? Nachweislich werden nach einem langen Stromausfall deutlich vermehrt Kinder geboren. Das ist erwiesen. Wenn den Leuten langweilig ist, machen sie Sex. Deswegen war das Wagenmotto des katholischen Frauenbundes: "In der Jachenau herrscht reges Treiben, der Schnee geht weg – die Kinder bleiben". Wohingegen mir das Motto des Burschenvereines nicht ganz klar war, aber auf jeden Fall waren da überall aufblasbare Puppen. Die Bergwacht hat sich angelehnt an das Volksbegehren "Rettet die Bienen". Nur haben sie "Rettet das Bier" daraus gemacht und aus einem 150-Liter-Fass unentwegt Freibier ausgeschenkt. Nachdem es an der Hauptkreuzung im Dorf (die nicht so groß ist) einen kleinen Stau gab, hat der Polizeichef – im Bienenkostüm – kurzentschlossen die Regelung übernommen.

Porträt Claudia Herrmann

Claudia Herrmann sagt über sich selbst: "Ich bin nicht die beste Mutter und auch nicht die beste Ehefrau. Und ganz sicher nicht die beste Tochter. Perfektion können andere – ich nicht. Ich habe irgendwann beschlossen, dass mir das egal ist. Das klappt am besten mit einer Riesenportion Selbstironie."

"Aber lustig war's!"

Aus einem Wagen wurde ich auch nicht schlau. Ein aufblasbarer Esel wurde hinter einem riesigen Bulldog (Traktor) hergeschleift. "Worum geht’s denn da?", frage ich also den besoffenen Schreiner. "Ja host des ned mitgriagt?! Da Fichtinger Schorsch hat sein Esel kurz am Auto obund'n und nachad is a mi'm Scheitl Willi oan dringa ganga. Danach hod a ganz vergessen, dass der Esel am Auto obund'n is und is einfach losgfahrn!", erklärt mir der Schreiner lallend. "Nach da dritten Kurvn hat er's erst gmerkt!", lacht er sich kaputt.

"Nein!", sag ich erschrocken. "Is dem Esel wos passiert?" "Na! A kloane Schürfwundn und Schock, sonst nix", beschwichtigt der Schreiner immer noch lachend. Achso. Mmmmhm. "Du, wieso hod'n der Fichtinger eigentlich an Esel?", überlege ich laut. "Ja, was woaß denn i! Aber lustig war's! Jo, sog amoi, is die Ballerina dahinter da Feuerwehr der Kommandant?"

Der Schreiner mit dem Weizenspoiler und dem Maurerdekolleté ist extrem unterhopft und läuft mit folgenen Worten zum Kommandanten: "Hey, du gschmeidige Ballerina! Trink ma a Weißbier?"

Helau, Alaaf und, ähhh, Humba humba tätärätätä ...

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(