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Berufstätige Mütter: Dem Leben mit Kind und Job auf der Spur

Den perfekten Weg, wie man Kind und Karriere unter einen Hut bekommt, gibt es nicht. Doch die Modelle ganz unterschiedlicher Mütter zeigen, wie es gehen kann.

Oft ist der Wiedereinstieg in den Job für Mütter mit Problemen verbunden

Oft ist der Wiedereinstieg in den Job für Mütter mit Problemen verbunden

Ein Kind und einen Job haben - nach offiziellen Zahlen ist das für deutsche Frauen längst Normalität. Doch geht man weg von den Zahlen und rein in die Kitas und Büros, bietet sich ein anderes Bild: Mütter, die Karriere machen, sind weiterhin die Ausnahme. Und zwischen Teilzeitterror, Mütterkriegen und Beziehungschaos kommt es zu so manchem Nervenzusammenbruch.

"Brigitte.de" sammelt während des Themenmonats Kind & Job Geschichten rund um berufstätige Mütter und ihre ganz persönlichen Arbeits- und Familienmodelle. So zum Beispiel die Geschichte von Isa Grütering. Bis zur Geburt ihres ersten Kindes arbeitete sie als Marketingleiterin. Als sie nach der Elternzeit wieder einsteigen wollte, hatte ihr letzter Arbeitgeber dichtgemacht. Isa Grütering machte sich auf die Suche nach einer Teilzeitstelle - erfolglos. Für die ausgeschriebenen Stellen war sie überqualifiziert, von den Chefs hörte sie immer wieder den Satz "Sie wollen ja eigentlich meinen Job". Also entschloss sie sich, ihr eigener Chef zu werden. Heute arbeitet die Mutter zweier Söhne als freie Autorin und betreut ihren Blog "Hauptstadtmutti".

Mompreneurs, Mütter, die sich selbstständig machen, liegen voll im Trend. Nicht nur in den USA nimmt ihre Zahl rasant zu, auch in Deutschland gibt es immer mehr von ihnen. Isa Grütering stellt ein paar dieser Mütter in ihrem zusammen mit Caroline Rosales geschriebenen Buch "Mama muss die Welt retten" vor.

"Kinder wollen mit Kindern spielen, nicht mit Erwachsenen"

Müttern, die nicht mit einem Businessplan aus der Babypause zurückkehren, kann die Jobbörse Mutterschafft helfen. Auf der Onlineplattform werden seit August 2013 Frauen an familienfreundliche Unternehmen vermittelt. "Mütter arbeiten auch als Teilzeitkräfte sehr effizient. Sie sind oft hochqualifiziert, verzichten aber für flexible Arbeitszeiten schon mal auf andere Privilegien", sagt Kirsten Lenz, Geschäftsführerin von Mutterschafft, "Brigitte.de". Bisher kommen die Angebote nur aus dem Raum Hamburg, doch Mutterschafft will expandieren und schon bald Arbeitgeber und Mütter in ganz Deutschland zusammenbringen.

Doch auch für die Mütter, die wissen an welchen Schreibtisch sie zurückkehren, stellen sich viele Fragen: Bin ich noch gut in meinem Job? Wie soll ich bei so wenig Schlaf vernünftige Arbeit leisten? Und werde ich mein Kind sehr vermissen? "Brigitte"-Redakteurin Katharina Wantoch kehrt nach einem guten Jahr Auszeit demnächst in ihren Job zurück und hat großen Respekt vor den neuen Anforderungen als berufstätige Mutter, wie sie auf "Brigitte.de" erzählt. "Bin ich noch so leistungsfähig wie vor meiner Auszeit? Wie sollen da, wo jetzt oft einfachste Worte fehlen (weil Schlaf fehlt), wieder ganze Texte rauskommen, möglichst noch schneller als früher, denn der neue Arbeitstag hat ja nur noch 6,5 Stunden statt 8?"

Was sie beruhigt, ist, dass sie früher nach durchfeierten Nächten besonders kreativ gearbeitet hat. Der Schlafmangel dürfte also kein Problem werden. Aber vielleicht der Abschied von der kleinen Tochter. "Für schwierige Trennungsmomente in der Kita habe ich mir schon einen Satz zurechtgelegt, den ich mir mantraartig auf dem Weg zur Arbeit vorsagen werde, während ich schon mal die Nachrichtenlage checke. Der dänische Familientherapeut Jesper Juul sagt: 'Kinder wollen mit Kindern spielen, nicht mit Erwachsenen.'", schreibt Katharina Wantoch. Ein guter Tipp für manche Mama in der Zerreißprobe zwischen Kind und Job.

vim
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