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Bundesverfassungsgericht: Vorrang für Oma und Opa als Vormund für ihre Enkel

Großeltern müssen bei der Suche nach einem Vormund für ihre Enkelkinder berücksichtigt werden. Das entschied nun das Bundesverfassungsgericht und stärkte den rechtlichen Schutz der Familie.

Wenn eine Bindung zu den Enkeln besteht, müssen Großeltern als Vormund bevorzugt werden

Wenn eine Bindung zu den Enkeln besteht, müssen Großeltern als Vormund bevorzugt werden

Großeltern müssen bei der Suche nach einem Vormund für den Enkel vor Nichtverwandten in Betracht gezogen werden, sofern eine enge Beziehung besteht. Das betonte das Bundesverfassungsgericht in einem am Freitag in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss. Im vorliegenden Fall blieb eine Großmutter dennoch vor dem höchsten deutschen Gericht erfolglos. Sie wollte erreichen, dass ihre jüngste Enkelin wie deren ältere Schwester bei ihr leben darf.

Großeltern und sonstige nahe Verwandte haben bei der Auswahl des Vormunds zwar Vorrang gegenüber Nichtverwandten, unterstrich das Gericht. In dem konkreten Streitfall, den die Karlsruher Richter prüften, sei das Familiengericht aber nachvollziehbar zu dem Ergebnis gelangt, dass das Kind besser in der Pflegefamilie bleiben sollte.

Grundsätzlich schließt der Schutz der Familie familiäre Bindungen zwischen nahen Verwandten ein, "insbesondere zwischen Großeltern und ihrem Enkelkind", stellte der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts fest. Soweit tatsächlich eine engere familiäre Bindung besteht, haben Großeltern daher ein Recht darauf, bei der Auswahl eines Vormunds für ihr Enkelkind in Betracht gezogen werden.

vim/DPA / DPA
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