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Cannabis zu Forschungszwecken: Gymnasium will im Schulgarten Hanf anbauen

Hanf aus eigener Züchtung: Eine Schule im Raum Hannover will in ihrem Garten Cannabis anpflanzen. Natürlich aus rein wissenschaftlichen Gründen. Der Schulleitung ist das jedoch zu heikel.

Hanf gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt

Hanf gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt

Hanf ist eine sehr vielseitige Pflanze. Aus Nutzhanf wird Kleidung gefertigt, in der Medizin wird er zur Schmerztherapie und gegen Übelkeit eingesetzt. Die Verwendung der Hanfsorte Cannabis als Droge ist wahrscheinlich am bekanntesten. Doch die Pflanze ist auch ein wichtiger nachwachsender Rohstoff, aus dem zum Beispiel Dämmstoffe hergestellt werden. Um diese Seite des Gewächses näher zu erforschen, will die Schulgarten-AG des Gymnasiums Mellendorf im Raum Hannover eigene Hanfpflanzen anbauen.

Das schien zunächst auch kein Problem zu sein. Ordnungsgemäß wurde das Projekt der Bundesopiumstelle gemeldet, die den Anbau von Industriehanf bewilligte. Doch nachdem verschiedene Medien über den Cannabisanbau im Schulgarten berichteten, machte die Schulleitung einen Rückzieher. Die niedersächsische Landesschulbehörde müsse das Projekt erst einmal prüfen. Bis zum Ende der Prüfung sei das Projekt an der Schule auf Eis gelegt.

Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtete, die Schüler hätten bereits zehn Gramm Saatgut gekauft. Damit könne auf einer Fläche von zwei Quadratmetern Cannabis angebaut werden. Ein Sprecher der Bundesopiumstelle bestätigte "NDR.de", dass aus den geplanten Pflanzen kein Rauschmittel zu gewinnen ist, da ihr THC-Gehalt zu gering ist. Es sei schade, dass ein völlig harmloses Projekt in Misskredit gerate. Zahlreiche andere Schulen würden auch Hanf anbauen. Die Schulleitung wollte sich nicht weiter zu dem Fall äußern.

vim/DPA / DPA
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