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"Tagebuch der Nation": Luisa schreibt Brief an ihre Oma: "Ihr versteht nicht, dass ich mir einfach Sorgen mache"

Für den Podcast "Tagebuch der Nation" formulieren Leserinnen und Leser ihre Sorgen, Wünsche und Hoffnungen in der Corona-Krise. In dieser Folge hören Sie, was eine 22-Jährige ihrer Großmutter erzählt. Lesen Sie schon einmal hinein!

Frau schreibt Brief

Eine Frau schreibt einen Brief an ihre Oma (Symbolbild)

Getty Images

Über Zeiten wie diese werden Bücher geschrieben und Filme gedreht. Irgendwann. Krise, Verwirrung, Angst, Hoffnung und Solidarität. Absurder Alltag. Fragezeichen, Meinungen. Keine Panik machen. Zu Hause bleiben. Doch noch ist die Zeit für Filme oder Bücher nicht gekommen, denn wir erleben diese Realität, die für uns durch das Coronavirus alles verändert.

Wir haben Sie daher gebeten, uns für die neue Podcast-Reihe "Tagebuch der Nation" Briefe zu schreiben. Seitdem erzählen Sie uns, was Ihnen durch den Kopf geht und wie Ihr Alltag aussieht. Es ist ein Projekt zum Anhören für alle, die alleine sind. Und für später, wenn wieder alles normaler ist.

Luisa schreibt an ihre Oma

Beteiligt hat sich unter anderem die 22-jährige Luisa aus Berlin, die an ihre Großmutter schrieb. Sie eröffnet ihren Brief mit folgenden Worten: "Liebe Oma, Mama hat mir erzählt, dass du vorher vorhattest, mit der Bahn nach Neukölln zu fahren, um zum Friseur zu gehen. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Deine Haare sind doch in so einer Zeit total egal. Deine Haare dürfte momentan eh niemand sehen, weil du eigentlich zu Hause bleiben müsstest." 

Tagebuch der Nation

Neuer Podcast: das "Tagebuch der Nation"

Wenig Verständnis hat Luisa dafür, dass ihre Großeltern ihr Angebot nicht annehmen, für sie einkaufen zu gehen: "Jede alte Frau und jeder alte Mann, den ich im Supermarkt sehe, tut mir leid. Ich frage mich dann immer, ob die wohl niemanden mehr haben, der für sie einkaufen gehen könnte. Und dann fällt mir ein, dass Opa und du auch noch in Supermärkte geht, und das nur, weil ihr Angst habt, ich könnte bei Aldi die falsche Leberwurst in den Einkaufswagen legen."

Luisa ist ein wenig ratlos. "Was soll ich machen? Festketten kann ich euch ja leider nicht. Ihr versteht nicht, dass ich mir einfach nur Sorgen mache um euch. (...) Mama versteht das auch nicht. Bis vor Kurzem hat sie die ganze Corona-Krise auch nicht ernst genommen." Weshalb sie froh sei, dass ihr Papa vernünftiger ist – und darauf achtet, dass seine Frau auf sich aufpasst.

Luisa macht keinen Hehl daraus, warum sie die aktuelle Situation so sehr beschäftigt: "Ich meine das alles nicht böse, mir macht diese ganze Zeit einfach gerade nur Angst. Niemand weiß, was kommt. Ich halte mich auf jeden Fall an die Regeln." Und doch bleibt sie optimistisch: "Ich freue mich jetzt schon, wenn das alles vorbei ist und ich euch wieder ganz fest in den Arm nehmen kann und wir wieder jede Woche zusammensitzen und essen."

Hier können Sie den Brief im Podcast hören

Alle Episoden des "Tagebuchs der Nation", auch den ganzen Brief von Luisa, können Sie hier hören:

Zudem ist der Podcast natürlich auch auf allen wichtigen Plattformen verfügbar: bei AUDIO NOW, Spotify und Apple Podcasts

So können Sie mitmachen

Auch Sie wollen für das "Tagebuch der Nation" einen Brief schreiben? An Ihre Großeltern, an Ihre Eltern, an Ihre Freunde, an die, denen Sie erzählen, was Sie beschäftigt, was Sie erleben? Das freut uns! Wir lesen die Briefe für Sie ein – oder sie lesen selbst und schicken uns die Audiodatei, per Sprachnachricht oder Handyaufnahme. Senden Sie uns Ihre Texte mit dem Betreff BRIEF per E-Mail an post@rtl.de oder per Sprachaufnahme an die 0170 / 189 38 47. 

Schreiben Sie am besten Ihren Namen dazu, Ihr Alter und woher Sie kommen. Oder, dass Sie anonym bleiben wollen. Aus Ihren Briefen entsteht ein Tagebuch, das beschreibt, wie wir alle die Situation erleben.

Das "Tagebuch der Nation" ist eine Produktion der Audio Alliance in Kooperation mit dem stern, RTL, AUDIO NOW, GEO, BRIGITTE, ELTERN, GEOlino, Capital, BUSINESS PUNK und SCHÖNER WOHNEN.

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