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Flughafen in Dallas: Gefallener Vietnam-Pilot kehrt nach 52 Jahren zurück – sein Sohn fliegt die Maschine

Emotionale Szenen am Flughafen in Dallas: Die sterblichen Überreste eines 52 Jahre lang verschollenen US-Piloten aus dem Vietnam-Krieg kehrten in die Heimat zurück. Das Flugzeug steuerte der Sohn des Toten.

Sarg eines gefallenen US-Soldaten

Im Vietnamkrieg starben mehr als 58.000 US-Soldaten (Symbolbild)

Getty Images

Fast 20 Jahre dauerte der Vietnamkrieg und forderte viele Opfer. Auf vietnamesischer Seite kamen zwischen 1955 und 1975 bis zu fünf Millionen Menschen ums leben, darunter 1,3 Millionen Soldaten. Doch auch mehr als 58.000 US-amerikanische Soldaten kehrten nicht aus dem Krieg zurück, der für die USA bis heute eine Art nationales Trauma ist. Von 1965 bis 1973 waren die Vereinigten Staaten an dem Krieg beteiligt.

Unter den amerikanischen Soldaten, die in Vietnam starben, war auch Colonel Roy Knight. Der gebürtige Texaner diente bei der Luftwaffe und flog 1967 – während der Bombardierung Vietnams durch die USA – nahezu täglich Kampfeinsätze in der Region. Einer dieser Einsätze endete für ihn tödlich: Am 19. Mai 1967 wurde er abgeschossen, steht in seinem Nachruf. Viele Jahre lang konnte er nicht gefunden werden. Jetzt, nach mehr als 50 Jahren, kehrten die sterblichen Überreste von Roy Knight in die Heimat zurück – unter ganz besonderen Umständen.

Gefallener Soldat kehrt nach 52 Jahren in die USA zurück

In einem Flugzeug der Fluggesellschaft "Southwest Airlines" wurden die Gebeine des Colonels wieder in die USA überführt. Geflogen wurde die Maschine von seinem eigenen Sohn Bryan, der mittlerweile selbst als Pilot arbeitet. Vor 52 Jahren hatte der damals fünfjährige Bryan an demselben Flughafen, dem Airport Dallas Love Field, seinem Vater zugewunken, als sich dieser in den Krieg verabschiedet hatte.

Der Journalist Jackson Proskow berichtete für das Portal "Global News" von den bewegenden Szenen, die sich am Flughafen abspielten. Mitarbeiter der Fluggesellschaft hätten an die wartenden Passagiere amerikanische Fähnchen ausgeteilt. Über Lautsprecher habe dann ein Mitarbeiter die Geschichte von Roy Knight erzählt und seine Verdienste gewürdigt. Knight habe demnach sein Flugzeug nach dem Abschuss per Schleudersitz verlassen, es sei allerdings kein Fallschirm gesehen worden. Die Suche nach ihm blieb erfolglos.

Knight wurde posthum unter anderem mit dem Air Force Cross geehrt, die zweithöchste Auszeichnung für ein Mitglied der Air Force. Nun, da seine Überreste entdeckt und identifiziert wurden, kehrt der Colonel als Kriegsheld zurück – im Flugzeug seines Sohnes. Am Flughafen habe es viele Tränen gegeben, berichtet Reporter Proskow. Roy Knights Frau konnte die Rückkehr ihres Mannes nicht mehr miterleben, sie starb im Jahr 2008. Seine Eltern waren bereits kurz nach seinem Verschwinden gestorben.

Quellen: Jackson Proskow auf Twitter / "Global News" / "legacy.com"

epp
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