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Psychotherapie "Ist das in fünf Jahren noch wichtig?": Frauen nennen die entscheidenden Fragen ihrer Theraputen

Therapeutin spricht mit Patientin
Fragen gehören zu den wichtigsten Werkzeugen in der Psychotherapie
© Antonio_Diaz / Getty Images
Eine Therapie ist unter anderem dafür da, neue Perspektiven zu eröffnen und bestehende Ansichten zu hinterfragen. Manchmal genügt schon eine simple Frage, um einen großen Aha-Effekt zu erzeugen.

Lange war es verpönt, sich in Therapie zu geben, und immer noch ist an einigen Stellen professionelle Hilfe bei psychischen Problemen ein schwieriges Thema. Dabei machen viele Menschen sehr positive Erfahrungen damit – der Blick von außen hilft oft, die eigenen Probleme mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Eines der wichtigsten Werkzeuge von Therapeut:innen sind Fragen. Schließlich geht es nicht in erster Linie darum, den Patient:innen Lösungen zu präsentieren. Stattdessen sollen die Menschen angeleitet werden, ihr Leben zu reflektieren und selbst Antworten zu finden. Deshalb wollte auf Reddit eine Userin wissen: "Was ist die beste Frage, die euer Therapeut euch gestellt hat?" Sie stellte diese Frage in einem Forum für Frauen, sodass die allermeisten Reaktionen auch von Frauen kamen.

Psychotherapie: "Ist die Geschichte, die du dir erzählst, wirklich zutreffend?"

Die Fragen, die dort zitiert werden, kann sich jeder auch selbst stellen – und so vielleicht zu wichtigen Erkenntnissen kommen. Eine Userin beispielsweise hatte einen gedanklichen Durchbruch, als ihre Therapeutin sie fragte: "Glaubst du, dass die Geschichte, die du dir selbst erzählst, wirklich zutreffend ist?" Diese Frage habe ihr geholfen zu verstehen, dass sie sich im Zuge einer Trennung eingeredet hatte, ein schlechter Mensch zu sein. Auch viele andere Userinnen fühlten sich davon angesprochen.

Eine Frau, die mit negativen Gedanken über sich selbst zu kämpfen hatte, wurde gefragt: "Wenn deine Freunde depressiv wären oder eine schwere Zeit hätten, würdest du ihnen die gleichen Dinge sagen, die du über dich selbst sagst?" Für eine andere Patientin war die Frage "Wann wird aus 'du versuchst etwas' 'du tust etwas'?" Sie habe dadurch erkannt, dass sie zu ungnädig mit sich selbst war: "Ich musste das erkennen, was ich richtig machte."

Eine Patientin, die mit einer Essstörung in die Therapie kam, dachte lange über diese Frage nach: "Warum darfst du nicht jetzt glücklich sein, sondern erst, wenn du abgenommen hast?" "Die schwierigste Sache, die ich in der Therapie gelernt habe, war, dass ich erst mich selbst annehmen musste, um Fortschritte machen zu können", erklärt sie. 

Die einfachen Fragen sind oft die wichtigsten

Die meisten Fragen haben den Zweck, bestehende Ansichten zu erschüttern und eine andere Perspektive zu eröffnen. Zum Beispiel Dinge in einen größeren zeitlichen Kontext zu stellen: "Ist das in fünf Jahren noch wichtig? In fünf Monaten? In fünf Tagen? Oder in fünf Stunden?", fragte ein Therapeut. "Warum verschwendest du dann mehr als fünf Minuten damit, dir Sorgen darüber zu machen?"

Oft sind es sogar die ganz einfachen, völlig naheliegenden Fragen, die plötzlich für einen klaren Blick sorgen. Eine Frau berichtet, dass ihre Therapeutin ihr einmal sagte, sie wisse nicht, was sie glücklich mache, weil sie immer nur für andere gearbeitet hätte. "Ich antwortete: 'Sie sind verrückt! Natürlich weiß ich, was mich glücklich macht.' Daraufhin sagte sie, dass ich fünf Dinge nennen sollte. Das konnte ich nicht."

Quelle: Reddit

Sie haben das Gefühl, Sie oder eine nahestehende Person könnten an einer Depression erkrankt sein? Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet dafür einen Selbsttest an. Den Link dazu finden Sie hier

Die Deutsche Depressionshilfe bietet außerdem Informationsmaterial, Anlaufstellen und Rat an. 

epp

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