HOME

Wesens-Check: Was das Aussehen über einen Mischlingshund verrät

Hängende Rute oder kleiner Ringelschwanz? Anhand von Körperteilen kann der bayrische Hundeexperte Anton Fichtlmeier ziemlich genaue Rückschlüsse auf das Grundwesen eines Mischlingshundes ziehen.

Was das Aussehen über einen Mischlingshund verrät

"Was steckt denn in deinem drin?" werden viele Halter von Mischlingshunden vergeblich gefragt

Immer mehr Menschen entscheiden sich für Mischlingshunde. Die Gründe liegen auf der Hand: Kreuzungen verschiedenster Rassen warten zuhauf in den Tierheimen in Deutschland und dem Ausland, sie sind günstiger in der Anschaffung und weniger anfällig gegenüber Erbkrankheiten als ihre reinrassigen Kollegen. Viele Halter fragen sich jedoch, was in ihrem Vierbeiner steckt - manchmal aus reiner Neugierde, manchmal um das Wesen des Hundes besser einschätzen zu können. Der bayrische Hundeexperte Anton Fichtlmeier gibt Tipps, wie sie die Herkunft Ihres Mischlingshundes an seinem Aussehen ablesen können.

Die Rute

Eine langer Schwanz, der mit einem Schwung am Ende über den Boden reicht, weist beispielsweise bei einem Deutschen Schäferhund oder Hovawart auf einen Hund mit einem extremen Hüte- und Behüteverhalten hin. Terrier mit einem Ringelschwanz verhalten sich anders als Tiere mit hängender Rute. Gerade bei Tieren aus demselben Wurf kann man das sehr gut beobachten. Ein Terrier mit Ringelschwanz geht anders in Interaktionen, verhält sich imponierender, verspannter als einer mit hängender Rute.

Die Zunge

Ein blauer Zungenfleck weist bei hütehundartigen Mischungen auf einen nordischen Typ hin. Nordische Rassen kommunizieren klarer und kompromissloser, sie fordern in sozialen Begegnungen mehr Instinkthandlungen ein.

Die Augen

Ein helläugiger Hund innerhalb eines Wurfs brauner Labrador Retriever ist beispielsweise anders als seine Geschwister, die braune oder schwarze Augen haben. Ein Golden Retriever eines bestimmten Typus, nämlich weißer Farbschlag, pechschwarze Augen, massiger, kurzer, dreieckiger Schädel, oft mit leichten braunen Abzeichen hinter den Ohren, verhält sich eher wie ein Pyrenäenberghund, geht also in den Typus Herdenschutzhund. So ein Hund sondert sich schon als Welpe eher ab als seine Geschwister und beobachtet.

Die Ohren

Ein Hund mit Hängeohren ähnlich dem Weimaraner ist anders als einer, dessen Ohrform zum Beispiel dem Luzerner Niederlaufhund-Typus entspricht. Die Ohren von Laufhunden sind lang, schmal, schon im Ansatz gefältelt und liegen eng am Kopf. Die des Weimaraners sind eher fest und hoch angesetzt. Der Laufhund-Typus ist leichter erregbar, gibt schneller Sicht- und Spurlaut, zeigt eher Hetzverhalten, ist nicht so ruhig, hat weniger Schärfe und Härte.

Die Wolfskralle

Sie ist ein Überbleibsel, eine Art fünfte Zehe an den Hinterläufen, gleich welcher Rasse. Hunde mit Wolfskralle sind ähnlich wie nordische Rassen oder Bracken ursprünglich und instinktgebunden, was sich in der Kommunikation mit Artgenossen zeigt sowie bei der Ausformung ihrer Talente, zum Beispiel Herdenschutzhund-Typ.

Die Kopfform

Vorstehhund-Typen mit Himmelfahrtsnase tendieren zum Hochwindsucher. Ein Hund mit einem sogenannten Downface dagegen verliert sich schneller in einer trieblichen Handlung, neigt zur unkontrollierten Verselbstständigung, ist aber der bessere Arbeitshund. Downface nennt man eine Kopfform, bei der Stirn und Nase eine gerade Linie bilden, wie zum Beispiel bei Bullterriern.

Das Gesamtbild des Mischlingshundes

Eine klare Beurteilung über das Wesen eines Mischlings ist nur möglich, wenn alle Komponenten der körperlichen Ausformungen als Einheit gesehen werden. Die einzelnen Ausformungen ergeben ein Gesamtbild. Läufe, Fell usw. ergeben eine individuelle Bewegungskoordination und ein individuelles Muster, wie auf Reize des Umfelds reagiert werden kann. 

Hund kauft Wurst am Verkaufsfenster
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity