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Tiernahrung: Für die Tiere nur vom Feinsten: zu Besuch bei Deutschlands einziger Biometzgerei für Hunde

Wenn die Kunden an der Auslage knabbern oder in den Laden sabbern, dann haben Stella Sailer und Michaela Lein alles richtig gemacht. Sie betreiben mit BeuteFuchs im Münchner Stadtteil Laim Deutschlands erste und einzige Biofleischerei für Hunde.

Von Yvonne Adamek

Verkäuferin reicht Hund einen Snack über Thresen

Hund Benni begrüßt Michaela an der Fleischtheke. 

Der silberne Fleischwolf surrt gleichmäßig. Michaela Lein schnürt eine Schürze um und packt beherzt eine der roten Kisten, die sich entlang der Wand zwischen Tür und Kühlschrank stapeln: vierzig Kilo Rindfleisch, Innereien und Pansen vom Biohof um die Ecke. "Alles Stücke, die sonst im Abfall landen würden, weil sie den Kunden zu fett oder zu sehnig sind. Wir können sie aber noch wunderbar verwenden, um daraus Fleischrationen oder vollwertige ­Menüs zu machen." Michaela lächelt und hievt ein Stück Leber auf ein Schneidebrett, schnappt sich ein scharfes Messer und teilt das Fleisch. Es riecht nach kaltem Blut. Einem Hund würde das Wasser im Maul zusammenlaufen.

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Vor acht Jahren öffnete der BeuteFuchs zum ersten Mal seine Türen. Damals noch unter anderer Leitung – und ganz besonders kritischen Blicken. "Viele Leute hielten das für eine riesige Schnapsidee", erinnert sich Michaela, die damals noch als Verkäuferin im BeuteFuchs jobbte. Im ­Laden mit den blauen Säulen war vorher ein Blumengeschäft, das pleite ging. Ausgerechnet hier, im etwas langweiligen Wohngebiet München-Laim, sollte ein Metzgerladen entstehen, für Hunde? Dabei war alles genau durchdacht. Nach Bogenhausen gibt es in Laim die größte Hundedichte in ganz München. Außerdem gab es damals eine Art Umdenken: Auf den Hundewiesen unterhielten sich zu dieser Zeit immer mehr Halter darüber, welche ­Alternativen es für Dosenfutter gibt, schließlich weiß man nie so genau, was drinsteckt. Und schon gar nicht, woher es kommt. Manche hatten damals zwar bereits etwas über das Barfen gehört. Aber wie man das genau macht, wusste kaum jemand. Die Zeit war also reif für den BeuteFuchs.

Auch Michaela Lein kämpfte mit dem gängigen Dosenfutterangebot. "Meine Golden-Retriever-Hündin aß immer sehr schlecht. Ich aber wusste noch gar nichts über das Füttern mit Frischfleisch oder wie es uns helfen könnte." Aus Neugier ließ sich Lein beraten. Ein Entschluss, der das Leben der heute 43-Jährigen nachhaltig veränderte: "Meine Hündin ent­wickelte endlich wieder Appetit. Und je mehr ich mich mit dem Thema auseinandersetzte, desto mehr Sinn ergab es für mich. Das hat mich darin bestärkt, weiterhin frisch zu füttern." Die Münchnerin wurde erst zur Stammkundin im BeuteFuchs und heuerte kurze Zeit später als Verkäuferin an. Es folgten Weiter­bildungen zur Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen und zur Tierheilpraktikerin. Seit Neuestem nutzt sie zudem Traditionelle Chinesische Medizin und Kräuterheilkunde für die Vierbeiner. "Unseren Kunden geht es oft um viel mehr als nur das bloße Futter. Da ist es schön, wenn wir ihnen ein gutes Rundumpaket bieten können." 

"Hunde waren schon immer mein Ding"

Während Micha das Fleisch zerkleinert, klebt Stella Sailer sorgfältig Etiketten auf kleinere und größere Plastiktüten. "Den Großteil füllen wir in Portionen à 250 oder 500 Gramm ab und vakuumieren es, bevor wir es in unsere Theke legen. So bleibt das Fleisch lange frisch." Viele Kunden kaufen gleich für eine Woche ein, andere bestellen die Ware. Etwa zweihundert Kilogramm gehen pro Woche über den Ladentisch, einiges pur, anderes als fertiges Menü inklusive frischem Gemüse und Kräutern, alles selbst zubereitet. Auf Wunsch bekommt man natürlich auch größere Portionen oder auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes abgestimmte Fertiggerichte. "Je nach Hund mischen wir noch spezielle Öle, Mineralstoffe, Seealgenmehl, Eierschalenpulver oder Algenkalk in das Gericht." Bald soll es auch eine echte Frischtheke ganz ohne Plastikbeutel geben. "Viele Menschen würden ihr Fleisch lieber direkt in der Tupperdose mit nach Hause nehmen, um Müll zu vermeiden. Das wollen wir unterstützen."

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Stella und Micha ist es wichtig, immer so genau wie möglich auf die Wünsche ihrer Kunden einzugehen. Die sind nämlich durchaus kritisch. "Nachhaltigkeit und artgerechte Tierhaltung werden auch für Hundebesitzer immer wichtiger. Einige leben zum Beispiel selbst vegetarisch oder vegan. Die haben einfach keine Lust mehr, sich immer zwischen dem Wohlergehen ihres Hundes oder dem der Nutztiere, aus denen sein Futter gemacht wurde, entscheiden zu müssen", sagt Stella Sailer. Beim BeuteFuchs stammt sämtliches Fleisch von zertifizierten Biohöfen aus der Umgebung. Das bedeutet artgerechte Haltung und kurze Lieferwege. "Manche wirtschaften sogar nach dem strengen Demeter-Prinzip", erklärt Stella. Auch die Metzgerei für Hunde trägt ein Biozertifikat und unterliegt ­regelmäßigen Kontrollen, um sicherzustellen, dass nichts gepanscht oder vermischt wird.

Die Ladentür geht auf. Ein großer, schwarz gelockter Hund stürmt herein, dicht gefolgt von seinem Frauchen. Erika Lederer und ihr Benni sind Stammkunden, seit Benni vor fünf Jahren als Welpe einzog. "Zuerst haben wir eine Ernährungsberatung gemacht. Meinem Mann und mir war es wichtig, unseren Hund von Anfang an artgerecht zu ernähren." Danach ist Lederer dem Lädchen und dessen umfangreichem Angebot treu geblieben. Dass Bennis Essen im Monat gut 160 Euro kostet, stört sie nicht. "Man gibt so viel Geld für unnötiges Zeug aus. Das spare ich mir lieber und investiere es in gutes Essen für meinen Hund."

Benni ist auf jeden Fall begeistert. Schnurstracks eilt er hinter die Theke, um Micha zu begrüßen. Danach begutachtet er ausgiebig das Angebot, das in kleinen Holz­kisten präsentiert wird. Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Verkaufsraum kaum von dem eines Bioladens für Menschen in einem Szeneviertel irgendwo in der Großstadt. Als Benni einen großen, getrockneten Knochen entdeckt, werden die Unterschiede jedoch deutlich. Mit triefenden Lefzen und gespannter Leine versucht er, ihn mit seinen Zähnen zu erreichen. "Den lassen wir heute aber hier!", ruft Erika Lederer, während sie versucht, die Wocheneinkäufe einhändig in ihren Einkaufskorb zu laden.

Genau diese familiäre Atmosphäre ist es, die Micha und Stella an ihrem Laden so lieben. "Wenn ich mir über­lege, dass ich zuerst etwas ganz anderes machen wollte…" Stella schüttelt den Kopf. Noch vor ein paar Jahren studierte sie im Allgäu pharmazeutische Chemie, bevor sie aus persönlichen Gründen zurück nach München ging. Fast aus Verlegenheit eröffnete sie damals ihren ersten Tierladen. "In meiner Straße stand ein Ladenlokal leer. Und weil Hunde schon immer mein Ding waren, griff ich zu." Damals war ihr Konzept allerdings noch nicht so eindeutig wie heute."Es gab von jedem etwas." Vor zwei Jahren hörte Sailer schließlich, dass der BeuteFuchs zum Verkauf stand. "Ich habe keinen Moment gezögert." Michaela übernahm sie ­damals als Verkäuferin. Doch die beiden Frauen merkten schnell, dass sie gemeinsam mehr schaffen können, und gründeten eine GbR. "Seitdem entscheiden wir hier alles gemeinsam." Eine Idee war es zum Beispiel, die Produkte nicht mehr nur im Laden, sondern auch online anzubieten. "Einige unserer Kunden kommen aus Nürnberg, Köln oder sogar Hamburg", erzählt Stella. "Sie verbinden ihren Städte oder Geschäftstrip mit einem Einkauf bei uns. Jetzt können sie sich das Futter endlich das ganze Jahr über per Mausklick nach Hause liefern lassen."

"Manchmal wird uns vorgeworfen, Biofleisch für Hunde wäre ­dekadent"

Doch Stella und Michaela geht es nicht nur um guten Kundenservice. Sie wollen ausge­wogene Bioernährung für Tiere deutschlandweit bekannt machen. "Natürlich gibt es auch schon hochwertiges Dosenfutter. Aber für die meisten wird das Fleisch immer noch aus ganz Europa zusammengekarrt. Dazu kommt der lange Transport im Lkw hin zu den einzelnen Läden. Nachhaltig ist das nicht." Die Tiere, die bei BeuteFuchs im Futter landen, werden dagegen in der Regel noch vor Ort auf ihrem jeweiligen Hof geschlachtet. "Manchmal wird uns vorgeworfen, Biofleisch für Hunde wäre ­dekadent", erzählt Stella. Verstehen kann sie den Vorwurf nicht. "Wir legen den Hunden ja kein Steak auf den Teller. Wir verarbeiten nur das, was eh im Müll gelandet wäre. ­Organe und Innereien sowie das sehnige Muskelfleisch, auf dem keiner von uns gerne herumkauen möchte." Eigentlich, so die beiden, sorgen sie nur dafür, dass ein Tier wirklich sinnvoll verarbeitet wird. Am Ende ist es eine Win-win-Situation: Der Schlachter produziert kaum noch Abfall und die Hunde dürfen sich über bestes Fleisch im Napf freuen.

Nach gut zwei Stunden sind Stella Sailer und Michaela Lein endlich fertig. Gerade haben sie das letzte Stück Fleisch durch den Wolf gedreht und eingeschweißt. Ihre Seufzer hallen durch den Raum. Da klingelt es auch schon wieder aus dem Verkaufsraum. Ein neuer Kunde steht vor dem Tresen. Michaela und Stella begrüßen ihn mit einem Lächeln und kraulen ihm hinter dem Ohr. Er wedelt freudig mit dem Schwanz.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(