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"Die zehn Kinder, die Frau Ming nie hatte": Der Zauber des Ungewissen

Eine chinesische Toilettenfrau erzählt von ihrer kuriosen Großfamilie - offensichtlich ein Hirngespinst. Doch aus der Ungewissheit entspinnt Eric-Emmanuel Schmitt eine Hymne auf die Fantasie.

Eric-Emmanuel Schmitt machte sein Roman "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" berühmt

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Am Ende wird selbst der größte Zweifler stutzig. Chinas Ein-Kind-Politik, gedankenlesende Töchter und das unwirtliche Ambiente einer Hoteltoilette machen den französischen Geschäftsmann misstrauisch, natürlich. Andererseits tritt Frau Ming doch allzu überzeugend auf, es gibt sogar einen Gewährsmann, der ihre grandiose Familiengeschichte stützt. Aber hat sie deshalb wirklich zehn Kinder?

Das ist die Leitfrage des neuen Romans von Eric-Emmanuel Schmitt, 54. Der Titel "Die zehn Kinder, die Frau Ming nie hatte" scheint die Antwort vorwegzunehmen. Auf dem schmalen Grat zwischen Wahrheit und Fantasie gelingt es dem französischen Autor aber, aus der Ungewissheit seines Protagonisten eine verspielte philosophische Erzählung zu entspinnen.

Konfuzianische Weisheiten am laufenden Band

Frau Ming ist eine träumerische "dame pipi", die in einem Hotel in der chinesischen Provinz Guangdong die Toiletten putzt. Als sie den Handelsreisenden aus Frankreich trifft, der im Gespräch mit ihr sein Kantonesisch aufbessern will, erzählt sie ihm von ihren zehn Kindern. Da ist Li Mei, die Betrügern ihre Lügen ansieht. Wang, der fiktive Gärten verkauft. Kun und Kong, die im Nationalzirkus auftreten. Kein Wunder, dass der Franzose ihr zunächst kein Wort glaubt: "Was für eine dumme Gans, eine Aufschneiderin!"

Doch mit der Zeit machen die Überzeugung und Güte, mit der Frau Ming erzählt, den Geschäftsmann geradezu abhängig von ihr. Wie ein Glückskeks-Automat spuckt Frau Ming eine konfuzianische Weisheit nach der anderen aus - und hilft dem ewig Reisenden so, nicht länger vor jeder Bindung wegzulaufen.

Eric-Emmanuel Schmitt, "Die zehn Kinder, die Frau Ming nie hatte", Verlag S. Fischer, gebunden, 16,99 Euro

Eric-Emmanuel Schmitt, "Die zehn Kinder, die Frau Ming nie hatte", Verlag S. Fischer, gebunden, 16,99 Euro

Schmitt, der 2004 für "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" den Deutschen Bücherpreis erhielt, weiß, was sein Publikum von ihm erwartet. Seine leicht zu lesenden und doch tiefgreifenden Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Mit der spielerischen Vorstellung des Konfuzianismus in "Frau Ming" setzt der 54-Jährige seine Reihe über die Weltreligionen fort. Ihm gelingt dabei ein Hohelied auf die Vielfalt der Ideen, eine poetische Absage an Oberflächlichkeit und Pragmatismus.

Während Internet-Nutzer von heute in sozialen Netzwerken den faktenbeladenen "longread" preisen, zeigt "Frau Ming" auf 112 Seiten, wozu der literarische "shortread" in der Lage ist: Zu einer feinsinnigen Lektüre, die dazu anregt, innezuhalten und zu grübeln. Denn am Ende weiß auch der französische Geschäftsmann: "Blicke ich zurück, so hat mir die Ungewissheit immer besser gefallen als die Wahrheit."

Christopher Weckwerth, DPA / DPA

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(