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Erschütterndes Youtube-Video Du musst ausziehen, weil du schwul bist!


In den Südstaaten wird ein junger Mann aus dem Haus geprügelt, weil die Eltern gläubige Christen sind und nicht tolerieren, dass er schwul ist. Eine Tonaufnahme dokumentiert den Rausschmiss.

Ich weiß, dass du schwul bist, seit du ein kleiner Junge bist", beginnt die Aufzeichnung, die eine Auseinandersetzung am Küchentisch zwischen Daniel Ashley Pierce und seiner Stiefmutter wiedergibt und darin mündet, dass der Sohn aus dem Haus geprügelt wird. "Dann weißt du ja auch, dass ich mir das nicht ausgesucht habe", antwortet der 19-Jährige. Es entspinnt sich eine Debatte, ob man die Wahl hat, sich seine sexuelle Orientierung auszusuchen. "Du kannst es leugnen so oft du willst, aber ich glaube an Gottes Wort und Gott schafft niemanden, der so ist. Es ist ein Leiden, das du dir ausgesucht hast. Glaub, was du willst, denn das kann ich nicht ändern", argumentiert die Stiefmutter.

Noch findet das Gespräch in gemäßigten Ton statt. Der junge Mann erklärt: "Ich kenne die Grundlagen der Biologie und Psychologie und es steht in den ersten sechs Wochen nach der Geburt schon fest, wie sich deine Persönlichkeit entwickelt. Und das ist ein Teil deiner Persönlichkeit, du kannst es nicht ändern, das ist wissenschaftlich bewiesen." Das lässt die Stiefmutter nicht gelten und entgegnet: "Du kannst es mit dem wissenschaftlichen Kram halten wie du willst,

ich glaube an das Wort Gottes

." Nach kurzem Hin und Her kommt sie zum Punkt: "Wir werden dich nicht länger unterstützen. Du musst ausziehen und irgendwoanders leben. Dann kannst du machen, was du willst.

Ich will nicht, dass die Leute glauben, ich billige, was du tust

." "Okay, Mom, ich bin Donnerstag um Mitternacht weg. Wie wär das?", fragt Daniel. Veröffentlicht wurde der Videomitschnitt, auf dem keine Menschen zu sehen sind, am Mittwoch. "Ich bin dann ausgezogen und du musst mich nie wiedersehen."

Die Stimmung wird emotionaler. Der Junge ist enttäuscht, denn seine Stiefmutter hatte ihm offenbar ursprünglich Unterstützung versprochen. "Das wirkt auf mich nicht besonders mütterlich", sagt er. Kurz darauf mischt sich die Großmutter ein, sie schimpft und flucht, die Stimmung schlägt ab Minute 3.45 in Handgreiflichkeiten um. Die folgende Abrechnung ist emotional aufgeheizt und unsachlich und mündet in der Äußerung des Vaters: "Du bist eine Schande!", brüllt er.

3,5 Millionen Menschen haben den Beitrag gehört, den Daniels Freunde bei Youtube gepostet haben, und knapp 30.000 reagierten in den Kommentaren. Daniel, der an einer Universität in Georgia studiert, setzte eine Fundraising-Petition auf, um Geld für seinen Lebenshaltungskosten zu sammeln - und bekam in zwei Tagen mehr als 90.000 US-Dollar zusammen. Auf seiner Facebook-Seite, die er demnächst durch eine Fanpage ersetzen will, bedankt er sich für die umfrangreiche Unterstützung.

bal

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