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Gegen die Regeln: Krankenhaus erfüllt einem Sterbenden einen sehr großen Wunsch

Ein 75-jähriger Däne hatte nur noch wenige Tage zu leben. Er bat das Krankenhauspersonal darum, ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen: eine Zigarette und ein Glas Wein. Da war Kreativität gefragt, natürlich galt striktes Rauchverbot.

Ein 75-jähriger Däne liegt im Krankenbett und sieht in den Sonnenuntergang

Zimmer mit Aussicht: Ein herrlicher Sonnenuntergang versüßte die Erfüllung des letzten Wunsches

Es ist Montag, der 3. April 2017. Der 75-jährige Carsten Hansen hat starke Magenschmerzen. Schlimmer als sonst. Das spürt er, weil er schon seit vielen Jahren unter einer krankhaft erweiterten Hauptschlagader im Bauch leidet. Dieses Mal muss irgendetwas passiert sein. Die Schmerzen sind so stark, dass der Däne zur Behandlung ins Universitätskrankenhaus Aarhus eingeliefert werden muss.

Dort stellen die Ärzte eine ernüchternde Diagnose: Die Hauptschlagader im Magen ist geplatzt. Ohne eine Operation wird Hansen an inneren Blutungen sterben. Und eine OP wird er nicht überstehen, so die Ärzte, dazu ist der 75-Jährige zu schwach. Somit ist klar: Dem Mann bleiben nur noch wenige Stunden oder Tage zu leben.

Eine Hiobsbotschaft für Carsten und seine Familie. Die Gewissheit zu haben, dass es bald vorbei ist. Was denkt man wohl in diesem Moment? Dem 75-Jährigen geht eine Sache durch den Kopf: "Der letzte Wunsch meines Vaters war es, einen letzten Wein zu trinken und eine letzte Zigarette zu rauchen", sagt Hansens Tochter im Interview mit der dänischen Zeitung "BT".

Eine letzte Zigarette

So bescheiden der Wunsch klingt, wird es schwierig, ihn zu erfüllen. Im Krankenhaus herrscht striktes Rauchverbot. Also lehnt das Personal zunächst ab. "Mein Vater war verärgert, als sie ihm nicht erlaubten, drinnen zu rauchen. Er wollte so gern eine letzte rauchen", erzählt die Tochter.

Dann haben die Krankenschwestern eine Idee: "Das Stockwerk, auf dem Carsten liegt, hat doch einen Balkon. Wir können ihn doch in seinem Krankenbett dorthin schieben!" Gesagt, getan. Die Schwestern bringen den 75-Jährigen auf den Balkon. Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang raucht der kranke Mann seine letzte Zigarette und genießt sein letztes Glas  .


Ein Mal die Regeln brechen

"Es hat uns als Familie sehr viel bedeutet, dass die Schwestern für unseren Vater die Regeln brechen. Ich kann ihnen gar nicht genug dankbar sein", so Carstens Tochter. Am 7. April stirbt ihr Vater. Er schläft in Ruhe in seinem Krankenbett ein.

Das Universitätskrankenhaus postet daraufhin das Foto und seine Geschichte. Die User sind begeistert: Über 5000 Mal wird das Bild geteilt und tausendfach gelikt. Und wenn man die Aufnahme sieht, ahnt man, dass es für den Dänen ein wunderschöner Moment war. 

rpw
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