HOME

Cornelia June Rogers Miller: Die gemeinste Todesanzeige aller Zeiten

Was die Nachwelt über eine verstorbene Person veröffentlicht, ist in der Regel eine Ehrbezeugung, die eine gute Erinnerung an einen geliebten Menschen hinterlassen soll. Die 82-jährige Cornelia June Rogers Miller erhielt das Gegenteil.

Screenshot der "Gegendarstellung" von Robert William Miller jr.

Screenshot der "Gegendarstellung" von Robert William Miller jr.

"De mortuis nil nisi bene", heißt es im Lateinischen, das Zitat wird dem griechischen Philosophen Chilon zugeschrieben und bedeutet frei übersetzt "Über Tote rede nur Gutes". Da sich Verstorbene nicht gegen üble Nachrede wehren können, hat sich diese Konvention bis heute gehalten, ein Verstoß dagegen gilt als unehrenhaft. Dennoch passiert es.

Es war Robert William Miller, 62, der Sohn von Cornelia June Rogers Miller, der seinen Ohren nicht traute, als er von einem vernichtenden Nachruf auf seine Mutter im "Cherokee Scout" erfuhr. Obwohl die 82-Jährige bereits im Februar in Gainsville, Florida, verstorben war, war in dem Blatt aus North Carolina am 27. Juni ein Text erschienen, der seiner Aussage nach lauter Lügen enthielt. "Drogen waren ihre größte Liebe, sie hatte keine Hobbys, hat nichts zum Wohle der Gesellschaft beigetragen und verlor selten ein nettes Wort oder vollbrachte eine gute Tat", hieß es dort. Eine Journalistin aus Tennessee teilte den Text bei Twitter.


Üble Nachrede – aber von wem?

"Wir glauben wirklich, dass wir letztendlich nur vermissen werden, was wir nie hatten – eine Mutter, Großmutter und Urgroßmutter", lautet ein Satz, der nur den Schluss zulässt, dass die Anzeige von den Kindern der Toten aufgegeben worden sei. "Wir sprechen für die Mehrheit ihrer Familie, wenn wir sagen, dass ihre Anwesenheit von kaum jemandem vermisst werden wird, wenige Tränen fließen und ihr Ableben kaum bedauert werden wird."


Wer der Verfasser dieser Zeilen ist, konnte bislang nicht geklärt werden. Cornelia June Rogers Miller und ihr Mann hatten bis zum vergangenen Jahr ein Sommerhaus in Murphy, North Carolina. Das erklärt möglicherweise den Grund für die Veröffentlichung im "Cherokee Scout". Bei dem Text handelt es sich aber um das Plagiat eines anderen Nachrufs, der 2008 im "Vallejo Times Herald" erschienen war.

Screenshot eines Nachrufes von 2008

Screenshot eines Nachrufes von 2008: Die neun Jahre alte Textvorlage, aus der große Teile der Beleidigungen übernommen worden sind


Ob der Autor dieses Nachrufs tatsächlich so über seine Mutter dachte, lässt sich heute nicht mehr feststellen, doch in der Todesanzeige für Cornelia June Rogers Miller wurde sich bei dieser Quelle bedient. Das Dokument befindet sich auf der Website des Vallejo Naval and Historical Museum in Kalifornien.

Robert William Miller jr. hatte mittlerweile die Möglichkeit, kostenlos einen eigenen Nachruf für seine Mutter im "Scout" zu veröffentlichen. Ein Wiedergutmachungsversuch des Blattes, bei dem die erste Version unangezweifelt gedruckt worden war. Miller hofft, dass er damit den Ruf seiner Mutter wiederherstellen kann.

Pflaumenkuchen: Der schmeckt besser als der von Oma


bal

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.