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#JeKiffeMonDecollete: Französinnen wehren sich gegen Sexismus mit Fotos ihrer Dekolletés

In Frankreich hat ein Mann sich mit der Falschen angelegt, als er einen Kommentar zu ihrem Ausschnitt machte. Kurz nach ihrem Tweet darüber ging ein Hashtag viral, unter dem Frauen Bilder ihres Dekolletés veröffentlichen und sich damit gegen Sexismus wehren.

Unter #JeKiffeMonDecollete (auf Deutsch: Ich liebe meine Dekolleté) wehren sich derzeit Französinnen gegen Menschen, die ihnen vorschreiben wollen, was sie anzuziehen haben. Sie veröffentlichen bei Twitter Fotos ihrer mehr oder weniger ausgeschnittenen Dekolletés und reagieren damit auf ein Posting der Twitter-Userin célineb. Diese hatte vor zehn Tagen eine Begegnung der unangenehmeren Art und berichtete darüber – inklusive Foto: "Nach Angaben eines Typen, dem ich gerade begegnet bin, ist das hier das 'Dekolleté einer dreckigen Hure' ... Mann, meine Brüste und ich haben dich ganz schön genervt."

Vier Tage später legte eine Kolumnistin des französischen Radiosenders RMC nach. Zohra Bitan forderte alle Frauen auf, Dekolleté-Fotos von sich zu veröffentlichen, "wegen der Hitzewelle und im Widerstand gegen die Kleiderpolizei". Sie installierte den Hashtag und die schöne Reihung Liberté, Egalité, Decolleté.

Es beteiligen sich auch männliche Twitter-User

Die Idee, sich gegen die sexistische Beurteilung von Kleidung zu wehren, veranlasste nicht nur Frauen, ihr Dekolleté zu fotografieren und online zu verbreiten. Dass Frauen für einen Ausschnitt kritisiert werden, während Männer durchaus mit freiem Oberkörper herumlaufen dürfen, ist so sexistisch wie übergriffig. Gerade bei Temperaturen wie der aktuellen Hitzewelle gibt es immer wieder Äußerungen von Menschen, die meinen, der Kleidungsstil anderer müssten ihren persönlichen Kriterien entsprechen. Sie wissen zu lassen, dass wir nicht mehr das Jahr 1950 schreiben und jeder Mensch selbst entscheidet, was er tragen möchte, ist den Twitter-Usern das öffentliche Foto wert. Gegen die "Kleiderpolizei" hilft nur, dass genug Leute mit anderer Meinung diese auch öffentlich machen. Dann passiert plötzlich etwas ganz Anderes: Das eigene Geschlecht wird gefeiert.


bal

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