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Grünpflege: Im Garten umgraben: Warum das sinnvoll ist und wann der Spaten Pause hat

Spaten raus und ran an die Beete! Umgraben ist vielleicht nicht die beliebteste, und doch eine der ersten Gärtnerpflichten im Frühjahr. Was dabei wichtig ist und wann der Spaten im Schuppen bleiben sollte.

Garten umgraben: Person sticht mit einem Spaten ein Stück Rasen ab

Wer aus einer brachliegende Stelle im Garten ein Gemüsebeet machen will, kommt ums Umgraben nicht herum. Damit der Boden und die Lebenwesen darin nicht darunter leiden, sollten ein paar Regeln beachtet werden.

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Es gibt Dinge, von denen jeder glaubt, sie im Schlaf zu beherrschen. Auch bei der Gartenarbeit ist das so. Umgraben? "Was soll daran schon so kompliziert sein?", mag sich der eine oder andere Schrebergärtner verwundert fragen. Im Prinzip hat er damit auch recht. Und doch ist das schweißtreibende Buddeln nicht ganz so trivial, wie es nach dem ersten Spatenstich scheint. Denn auch für das Umgraben in all seinen Facetten gibt es einige Grundregeln.

Der stern erklärt die wichtigsten und zeigt auf:

  • wann und wie der Spaten zielführend eingesetzt wird,
  • wie man sich mit ein bisschen Köpfchen viele Stunden Mehrarbeit ersparen kann,
  • wann man das Umgraben besser sein lassen sollte,
  • und warum es so kontrovers diskutiert wird.

Garten umgraben – Top oder Flop?

Das Prinzip und oberste Ziel beim Umgraben ist klar. Die obere Bodenschicht wird mit einem Spaten gewendet und dabei gelockert. Unkraut und Pflanzenreste verschwinden in tieferen Erdschichten. So weit so unbestritten. Nun tummeln sich im Boden – insbesondere in Gärten – auch Milliarden von Lebewesen. Vom ebenfalls buddelfreudigen Maulwurf, über ausgesprochen nützliche Regenwürmer und Insekten bis zu mikroskopisch kleinen Einzellern. Sie alle haben dort eine wichtige Aufgabe – nämlich den Boden mit pflanzenverwertbaren Nährstoffen anzureichern. Schränkt man ihre Lebensbedingungen ein, quittieren sie früher oder später den Dienst und die Pflanzen müssen mit weniger Nährstoffen aus kommen. Zudem schaufelt man sich beim Umgraben auch unliebsame Unkrautsamen an die Oberfläche. Die keimen häufig blitzschnell und verwandeln das scheinbar akkurat umgepflügte Beet in einen wilden und lästigen Unkrautteppich.

Nun, das Umgraben hat natürlich auch Vorzüge. In manchen Fällen ist es sogar unvermeidbar. Welche das genau sind und was es dabei zu beachten gilt, klären wir im Folgenden.

Gemüsebeet und Grasnarbe: Ran an den Spaten!

In der Regel empfehlen Experten den Herbst oder das Frühjahr, um den Boden von Gemüsebeeten zu lockern bzw. umzugraben. Wer erst im Frühjahr umgräbt, schützt die bereits erwähnten Lebewesen vor dem Winterfrost. Zudem können die wichtigen Nährstoffe nicht aus dem Boden geschwemmt werden. Dieses Risiko besteht, wenn sie im Herbst mit den tieferen Erdschichten nach oben gebracht werden.

Thomas und Lisa Müller nehmen die Koala-Challenge an

Wichtig: Beim Umgraben im Frühjahr sollte es konstant frostfrei sein. Danach sollte es fix gehen, damit der der Boden genug Zeit hat, sich zu erholen und zu setzen.

Unbedingt umgraben, sollten Gärtner, die aus einem brach liegenden Teil der Parzelle, zum Beispiel einem Stück Rasen, ein Gemüse- oder Blumenbeet machen wollen. Beim Umgraben kommt es vor allem darauf an, möglichst alle Unkrautwurzeln zu entfernen. Die sind später, wenn das Beet bepflanzt werden soll, einfach nur lästig und sorgen für zusätzliche Arbeit.

Tipp für Experten: Kartoffelpflanzen gelten als hervorragender Unkrautbekämpfer. Zusätzlich lockern sie den Boden. Im ersten Jahr nach dem Umgraben Kartoffeln anzubauen, hat also gleich zwei Vorteile.

Garten und Beete umgraben: Diese Geräte helfen

Mit einem Spaten allein kommt man beim Umgraben zwar tief in den Boden, aber ansonsten nicht allzu weit. Um dicke Erdschollen zu zerkleinern und aufzulockern, leisten Spatengabel, Erdkralle oder der Kultivator gute Dienste. Beim Entfernen des Unkrauts helfen Grubber und Doppelhacke. Für die wichtige Optik sorgen schließlich eine Harke oder ein Rechen, mit denen der frisch bearbeitete Boden geglättet wird.

Richtig Umgraben in sechs Schritten

  1. größere Unkrautpflanzen mit einem Grubber grob entfernen
  2. auf einer Seite des Beets mit dem Spaten einstechen, Erde anheben, Spaten drehen und Erde wieder ins Loch fallen lassen
  3. größere Erdklumpen mit dem Spaten zerkleinern/zerkrümeln
  4. Schritte 3 und 4 bis zum Beetende wiederholen
  5. verbliebene Erdschollen mit einer Erdkralle auflockern
  6. Oberfläche mit einem Rechen glätten

Mulchen: Gute Alternative zum Umgraben

Wer den Lebenwesen im Gartenboden nicht mit dem Spaten zu Leibe rücken will, sollte über das Mulchen nachdenken. Dafür ist es jetzt allerdings schon zu spät. Denn der Mulch, im besten Fall eine Mischung aus halbreifem Kompost, Laub und Ernteresten, sollte im Spätsommer oder Herbst auf die Beete gebracht werden. Er schützt den Boden vorm Verschlammen, den starken Temperaturschwankungen des Winters und vor viel Unkraut.

Quellen: mein-garten-ratgeber.de; utopia.de; mein-schoener-garten.de

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