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Streaming auf Facebook: Upps - nicht nur die Familie, sondern die ganze Welt sieht Geburt live

Das war so nicht geplant. Sagt Kali Kanongataa jedenfalls. Der Kalifornier hat die Geburt seines Kindes über Facebook live gestreamt. Aber nicht nur an die eigene Familie, sondern aus Versehen an: alle Nutzer.

Geburt geschafft - das Baby ist da, die Mutter hält es glücklich im Arm

Geburt geschafft - das Baby ist da, die Mutter hält es glücklich im Arm.

Es soll Männer geben, die sich nicht darum reißen, bei der Geburt ihres Kindes dabei zu sein. Geschwiege denn, sie zu filmen. Kali Kanongataa gehört nicht dazu. Der 36-Jährige aus Tonga, der in Kalifornien lebt, wollte für seine Familie das Zur-Welt-Kommen seines dritten Kindes live über Facebook streamen. Was er auch tat. Doch nicht nur seine engsten Verwandten im fernen Polynesien wurden Zeugen der Geburt – sondern Tausende anderer Facebook-Nutzer auch. Aus Versehen hatte er die Übertragung für alle freigeschaltet.

"Als ich während des Streams die Zuschauerzahl gesehen habe, ist mir der Fehler aufgefallen", sagte Kanongataa dem US-Magazin "People". Nach einer kurzen Sekunde des Zögerns habe er dennoch beschlossen, die Live-Geburt einfach an alle weiterzuübertragen – um "die Welt an unserem Glück teilhaben zu lassen", wie er sagt. Schließlich gebe es soviel "negatives Zeug auf Facebook, da sei eine Geburt doch etwas Schönes, etwas über das man sich freuen kann."

Facebook bietet seit einigen Monaten die Live-Funktion an, mit der jeder Nutzer seine Videos in Echtzeit an Freunde übertragen kann. Ähnlich wie die Twitter-Anwendung Periscope. Die Clips werden auch nicht gelöscht, sondern bleiben auf der Facebook-Seite zu sehen. Kanongataas Geburtsfilm, immerhin 45 Minuten lang, wurde bislang rund 340.000 Mal angesehen.

Video der Geburt ruft auch Kritik hervor

Nicht alle Zuschauer waren allerdings begeistert von dem, was sie da sahen. Zu intim für wildfremde Menschen, so die oft geäußerte Kritik. Doch das perlt am frischgebackenden  Vater ab: "Wir sehen das anders. In meiner Heimat Tonga finden zum Beispiel Wassergeburten öffentlich statt. In unserer Kultur machen wir so etwas seit Tausenden von Jahren." Davon abgesehen, so Kanongataa, habe er keine intimen Szenen oder Körperteile gezeigt.

Der 36-Jährige, der sich auch Fakamalo Kihe Eiki nennt, benutzt nach eigenen Angaben häufig Facebook Live, um in Kontakt zu seinen beiden Kindern in Tonga zu bleiben, die dort bei ihrer Mutter leben. Eines Tages, so hofft er, werde sein neugeborener Sohn, den das Paar Ngangatulelei HeKelesi genannt hat, seine eigene Geburt sehen können, "um Geschichte hinter seinem Leben schätzen zu lernen".

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Niels Kruse

Wissenscommunity