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Gnadenlose Selbstporträts: Humor aus Finnland – ein Schlag mitten ins Gesicht

Die meisten Menschen, die ein Selbstporträt machen, versuchen das Beste herauszuholen: ideale Pose, strahlendes Gesicht, bester Blickwinkel. Die Finnin Iiu Susiraja zeigt sich anders. Ganz anders.

2009: Lauftempo (Vauhtiajot)

2009: Lauftempo (Vauhtiajot)

Wir haben die Bilder der finnischen Fotografin 2014 vorgestellt. Weil sie so herrlich sind, zeigen wir sie noch einmal.

Auf den ersten Blick ziemlich irritierend, mit welcher Schonungslosigkeit Iiu Susiraja sich selbst porträtiert. Und mit welch großartigem Humor! "Ich fotografiere mich, weil ich mich nun mal am besten kenne. Ich mache mich und meine Privatsphäre zum Objekt - für einen Moment der Berühmtheit. Privates in Öffentliches zu verwandeln, ist ein Schutzschild für mich", sagt Susiraja dem stern.

Der Umgang mit ihrem Körper überrascht: Die Fotografin pfeift auf die gängigen Schönheitsideale und versucht nicht, mit Duckface und coolem Dekolleté das Bestmögliche zu tun, um von ihren überschüssigen Pfunden abzulenken. Im Gegenteil, die Tatsache, dass ihre Füße in kein Paar Stöckelschuhe passen und sie unter ihren Brüsten einen Besen transportieren kann, werden zum Thema ihrer Kunst. Mit ihrer Form der Normalität konfrontiert Susiraja den Betrachter mit ihrer gesamten Person.

Schonungslose Selbstporträts

Mit was für absurden Gegenständen und in welchen Posen die finnische Fotografin Iiu Susiraja ihre schonungslosen Selbstporträts macht, ist erfrischend neu. Ihre Fotografien erhalten Tausende Likes und machen sie längst außerhalb Finnlands berühmt. Ihr schwarzer Humor kommt an. Wie geht die 39-Jährige damit um? "Ich bin total erstaunt", antwortet sie. "Hier zu Hause lebe ich mein tägliches Leben, ich koche zum Beispiel Kartoffeln. Und gleichzeitig wächst die Popularität meiner Bilder und sie gehen um die ganze Welt. Das ist verrückt."

Liegen den Bildern Susirajas feministische Ansätze zugrunde? "Ich füge meinen Fotos nicht absichtlich hinzu. Feminismus kam per Zufall dazu. Das Wort Feminismus klingt für mich etwas komisch, weil ich so wenig darüber weiß", antwortet die Fotografin.

Hat der Erfolg sie auch reich gemacht?

Susiraja erhält viel Zuspruch und kommt kaum hinterher, ihre Post zu beantworten. "In war ich früher schon bekannt, aber nun kann man meine Bilder auch in anderen Teilen der Welt finden."

"Ich bin eine klassische arme Künstlerin. Ich mache Kunst nicht um des Geldes willen. Aber es wäre natürlich schön, damit gleichzeitig auch Geld zu verdienen. Im Moment studiere ich wieder."

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