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Trauerfall: Kurz nach seinem Geburtstag: Ältester Mann Deutschlands gestorben

Vor einer Woche hatte er noch seinen Geburtstag gefeiert, nun starb Gustav Gerneth aus Sachsen-Anhalt friedlich in seiner Wohnung in Havelberg. Eine ganze Stadt trauert mit den Angehörigen des Rekord-Seniors.

Gustav Gerneth, Mitte, mit seinen Angehörigen und dem Bürgermeister seiner Heimatstadt

Gustav Gerneth, Mitte, mit seinen Angehörigen und dem Bürgermeister seiner Heimatstadt Havelberg

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Erst vor kurzem hatte er seinen 114. Geburtstag im Kreis seiner Familie gefeiert: Gustav Gerneth aus Sachsen-Anhalt war damit der älteste Mann Deutschlands und vermutlich sogar der älteste Mann der Welt. Die Bestätigung der Prüfer des Guiness-Buch der Rekorde fehlte zwar noch, aber da der vormalig älteste Mann – der Japaner Masazo Nonaka – im Januar mit 113 Jahren starb, ergab sich Gerneths Status eigentlich von selbst.

Erst vor kurzem hatte Gerneth Geburtstag gefeiert

Doch ganz egal, wie alt jemand wurde und ob er damit einen Rekord aufstellte oder nicht – ein Trauerfall ist immer schlimm. Im Fall von Gustav Gerneth vor allem für seine Angehörigen, die ihn zu seinem Geburtstag am 15. Oktober noch mit einem Frankfurter Kranz überraschten, und für eine ganze Stadt. Denn in Gerneths Heimatort Havelberg war der betagte Senior beliebt, jedes Jahr dachten die Anwohner an seinem Ehrentag an ihn. Der Bürgermeister der Stadt, der parteilose Bernd Poloski, war zu diesem Termin seit Jahren Stammgast im Hause Gerneth. "Ich bin froh, das große Privileg gehabt zu haben, dass ich ihm zu seinem 114. Geburtstag noch einmal persönlich gratulieren durfte, und freue mich, ihn an seinem Ehrentag so gut aufgeräumt erlebt zu haben", sagte Poloski gegenüber der "Volksstimme".

Der 114-Jährige war im heute polnischen Stettin geboren worden. Er hatte den ersten und zweiten Weltkrieg überlebt, ebenso die Zeit als Kriegsgefangener in Russland und die sozialistische Diktatur in der DDR. Er überwand den Tod seiner Frau Charlotte, die schon 1988 starb, und den von zweien seiner Söhne, die beide älter als 80 Jahre wurden. Bis zuletzt wurde er von Enkeln und Urenkeln umsorgt und konnte weitgehend selbstständig leben. Wie seine Angehörigen berichteten, habe er bis ins hohe Alter großes Interesse am Fußball gehabt und noch immer gern Süßes gegessen.

Er schlief friedlich zuhause in Havelberg ein

Gustav Gerneth sei friedlich in seiner eigenen Wohnung eingeschlafen, hieß es. Zwar habe er eigentlich gehofft, noch seinen 115. Geburtstag feiern zu können, doch zumindest sei sein Wunsch erfüllt worden, nicht noch in ein Heim oder ins Krankenhaus zu müssen. Und so traurig dieser Verlust für seine Familie und Freunde ist, so erfüllt war sein Leben.

Quelle: "Volksstimme"

wt

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