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Meinung

#MissionInklusion: Menschen im Abseits – warum wir stärker für Inklusion kämpfen müssen

Wir sprechen über Inklusion, setzen sie aber nicht konsequent – und vor allem nicht schnell genug – um. Muss uns die Jugend auch hier vorleben, wie wichtig das Thema ist? Eine Umfrage der Aktion Mensch zeigt, wie notwendig der gesellschaftliche Wandel ist.

Eine Junge sitzt im Rollstuhl, auscgeschlossen aus einer Gruppe Jugendlicher

Inklusion und Integration funktionieren nur, wenn alle mitziehen – auch in der Praxis

Getty Images

Schaut man sich an deutschen Schulen an, wir schwer sich viele tun, mehr Menschen mit Behinderung aufzunehmen, muss man sich ernsthaft fragen, woran es eigentlich hapert. Geld und Politik sind es zu einem großen Teil. Inklusion ist nicht wirtschaftlich effizient, sondern teuer. Mehr Sonderpädagogen und Betreuer müssen eingestellt und viele Schule müssten außerdem barrierefrei gemacht werden. Dafür geben die Bundesländer ungern Geld aus, da sie auf Bundesebene zu wenig Förderung erhalten. Doch vielleicht kann es auch hier ein stärkeres Bewusstsein für die Notwendigkeit von Integration geben, wenn die Stimmen der Jugendlichen lauter werden. So wie es Greta Thunberg beim Thema Klimaschutz geschafft hat, weltweite Aufmerksamkeit zu wecken, indem sie jeden Freitag zigtausend Jugendliche zum Schulstreik für Fridays for Future bewegt.

Auch wenn Inklusion laut der UN-Behindertenrechtskonvention Pflicht ist, bewegt sich an vielen deutschen Regelschulen für Kinder mit besonderem Förderbedarf nichts. Massiver Personalmangel und zu viele Anforderungen auf unterschiedlichen Ebenen an die Lehrer erschweren die Arbeit außerdem. 

91 Prozent der Jugendlichen in Deutschland findet das Engagement für Inklusion wichtig. Und sogar 84 Prozent der 15- bis 24-Jährigen wollen sich zukünftig selbst für die Belange anderer einsetzen. Mit ihrem persönlichen Einsatz wollen die Jugendlichen vor allem die Gesellschaft von morgen mitgestalten (64 Prozent) oder ganz einfach "anderen Menschen helfen und Gutes tun" (44 Prozent). Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen,  repräsentativen Umfrage der Aktion Mensch unter mehr als 1000 Jugendlichen in Deutschland, durchgeführt von iconkids & youth.

5. Mai: Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

In einer inklusiven Gesellschaft sollte jeder Mensch die Möglichkeit haben, gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben und sie mit zu gestalten – von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten. Diese Werte, an deren Umsetzung es noch immer hapert, sind den Jugendlichen heute wichtig: Auch arme und sozial schwache Menschen, hilfsbedürftige ältere Menschen und ein besseres Zusammenleben von Ausländern und Deutschen sind soziale Themen, bei denen sie Handlungsbedarf sehen – und zwar eigenen Handlungsbedarf.

Aber wo bleibt die Bereitschaft der Elterngeneration? Wann erkennen Wirtschaft und Politik, dass wir den heute Heranwachsenden nicht einfach alles aufbürden können, was wir verschleppt haben? Am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, dreht sich alles um das Thema Engagement. Wer Inspiration braucht, kann sich bei vielen Verbänden und Vereinen über freiwilliges Engagement
für eine inklusive Gesellschaft informieren, einen Überblick gibt auch die Website der Aktion Mensch. Vielleicht ist das Datum ein guter Moment, endlich anzufangen.

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