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Junge Flüchtlinge: Da kommen Menschen, die man kennenlernen kann

Rund ein Drittel der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, sind noch nicht volljährig. Viele von ihnen kommen unbegleitet, ohne ihre Familien. Um ihnen den Start zu erleichtern, stellt Manuela Schwesigs Ministerium Geld für Aktionen bereit.

Das Bild ist in jeder Stadt das gleiche: Hinter Zäunen voller Wäsche warten neu angekommene Flüchtlinge darauf, das etwas passiert. Mit dem Programm "Willkommen bei Freunden" will Manuela Schwesig die Integration fördern.

Das Bild ist in jeder Stadt das gleiche: Hinter Zäunen voller Wäsche warten neu angekommene Flüchtlinge darauf, das etwas passiert. Mit dem Programm "Willkommen bei Freunden" will Manuela Schwesig die Integration fördern.

Die Bundesregierung will laut einem Zeitungsbericht jungen Flüchtlingen den Start in Deutschland erleichtern und hierfür Willkommensaktionen mit mehr als zwölf Millionen Euro fördern. Das Bundesfamilienministerium stelle für das bis 2018 angelegte Programm "Willkommen bei Freunden" 12,2 Millionen Euro bereit, berichtete die "Welt" am Mittwoch. Mit einer Aktionswoche unter dem Motto "Zusammenspiel - Bündnisse für junge Flüchtlinge" solle das im Frühsommer aufgelegte Programm einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

 "Wir werden die Kommunen und all jene unterstützen, die vor Ort helfen wollen, um die Flüchtlinge in unserem Land willkommen zu heißen: Willkommen bei Freunden", sagte Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) der "Welt". Deutschland stehe "vor Aufgaben, die Politik und Wirtschaft alleine nicht lösen können". "Ohne Menschen, die sich engagieren, werden wir die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, nicht aufnehmen können", fügte die SPD-Politikerin hinzu.

"Da kommen Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche"

Die Organisation von Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge sei zwar Aufgabe der Politik, sagte Schwesig. Richtig ankommen würden die Flüchtlinge aber nur dann, wenn sich andere Menschen ihrer annähmen. "Wenn sich Menschen konkret um andere Menschen kümmern, dann wird deutlich: Da kommen nicht Tausende von Fremden, eine anonyme Menge. Da kommen Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche, die man kennenlernen kann, die etwas brauchen und etwas geben können."

Um die Kommunen bei dieser Aufgabe zu unterstützen, hat die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, die bei dem Willkommensprogramm federführend ist, dem Bericht zufolge sechs regionale Servicebüros in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Magdeburg und München eingerichtet. Sie hätten am 1. August ihre Arbeit aufgenommen und sollten Städten und Landkreisen dabei helfen, jungen Flüchtlingen den Start in Kita und Schule zu erleichtern und sie beim Übergang ins Berufsleben zu begleiten.

Servicebüros beraten

"Die Kinder und Jugendlichen, Frauen und Männer sind aus ihrer Heimat vor Krieg, Verfolgung und Armut geflohen. Wir wollen dafür sorgen, dass die nächsten Wege leichter werden", sagte Schwesig. Die Servicebüros bieten laut "Welt" Beratung und Qualifizierung für Mitarbeiter kommunaler Einrichtungen an und unterstützen bei der Etablierung lokaler Bündnisse aus Behörden, Vereinen sowie Bildungs- und Flüchtlingseinrichtungen vor Ort. Eine direkte finanzielle Förderung einzelner Projekte gebe es aber nicht.

Deutschland muss sich einem deutlich gewachsenen Flüchtlingsandrang stellen. Die Bundesregierung hatte zuletzt klargemacht, dass die bisherige Schätzzahl von 450.000 Flüchtlingen für das Jahr 2015 deutlich nach oben korrigiert werden müsse. Berichten zufolge könnte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die Prognose am Mittwoch auf 650.000 bis 750.000 Flüchtlinge anheben.

bal/AFP
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