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Schwere Gehirnfehlbildung: Ärzte gaben ihm keine Chance - doch der kleine Jaxon kämpft sich durch

Die Ärzte machten Brandon und Brittany Buell kaum Hoffnung, dass ihr Sohn die Schwangerschaft überleben wird. Doch der kleine Jaxon bewies Kampfgeist und feierte kürzlich sogar ersten Geburtstag. Es soll nicht sein letzter bleiben.

Von Moritz Dickentmann

Der kleine Jaxon auf dem Arm seiner Mutter Brittany Buell

Der kleine Jaxon auf dem Arm seiner Mutter Brittany Buell

Wie jedes Kind ist auch der kleine Jason Emmet der ganze Stolz seiner Eltern Brittany und Brandon Buell. Ganz verzückt berichtet das junge Paar aus dem US-Bundesstaat Florida davon, wie Jaxon gerade seine ersten Gehversuche unternimmt. Wie er immer öfter versucht, mit ihnen zu kommunizieren. Oder wie er sie nach dem Wachwerden anlächelt, um voller Tatendrang in den Tag zu starten. Das nämlich, ein normales Leben führen, ist für Jaxon alles andere als normal. Vielmehr ist es ein Wunder, dass der kleine Junge im August seinen ersten Geburtstag feierte.

Junge mit Gehirnfehlbildung: Wie Deutschland den kleinen Jaxon ermutigt

Der Grund: Jaxon kam am 27. August vergangenen Jahres mit einer sehr seltenen Krankheit, einer sogenannten Micro-Hydranencephalie, auf die Welt. Sein Schädel und Gehirn sind stark missgebildet, deutlich kleiner als bei Kindern seines Alters üblich. Manche Gehirnstrukturen fehlen ganz. Als Brittany und Brandon in der 17. Schwangerschaftswoche von der Krankheit ihres noch ungeborenen Sohns erfahren, bricht für sie eine Welt zusammen. Die Diagnose habe sie auf einen Schlag aller Freuden beraubt, die eine Schwangerschaft normalerweise begleiten, berichtet das Paar dem "Independet Journal".

Es folgen unzählige medizinische Untersuchungen. Unterschiedliche Ärzte begutachten den Embryo, klären über mögliche Folgeschäden auf, stellen Überlebensprognosen. Viel Hoffnung machen sie nicht. "Man hat uns sehr früh darüber informiert, dass ein großes Risiko besteht, dass er die Schwangerschaft nicht überlebt", erzählt das Paar. Auch sagt man ihnen, dass es keine Operationsmöglichkeiten, geschweige denn Heilungschancen gibt.

Ärzte raten zur Abtreibung

Doch ihren Sohn schon vor der Geburt aufgeben, das wollten Brandon und Brittany nicht. "Wir wussten, dass wir Jaxon eine Chance geben müssen, dass wir uns für ihn fürs Leben entscheiden mussten, weil er es nicht konnte", werden die gläubigen Christen in dem Bericht zitiert. Sie lehnen eine mehrfach nahegelegte Abtreibung ab. Zum Glück.

Denn heute, auf den Tag 13 Monate nach Jaxons Geburt, macht der Kleine entgegen aller Prognosen fast täglich Fortschritte. Während er Mutter Brittany bereits mit "Mama" anspricht, bereitet ihm das Wort "Papa" noch etwas Probleme. Er sage "Ah Ah" (Dadda) oder "Addy" zu ihm, schreibt Vater Brandon auf Facebook. "Ich liebe es." Auch versuche Jaxon wie andere Kinder mit seinen ersten Zähnen klarzukommen, er weine, wenn er Hunger habe, er schreie, pupse, schlafe und fange dann wieder von vorn an, berichtet Brandon vom ganz normalen Alltag des Einjährigen, der wegen seiner Kämpferqualitäten den Spitznamen "Strong" ("stark") bekam. "Jaxon hat bewiesen, wie stark, smart und besonders er ist", schreiben die Buells auf einer extra eingerichteten Crowdfounding-Seite für Jaxon. "Sein erster Geburtstag ist ein wunderbarer Meilenstein". Es soll nicht der letzte bleiben.


Jaxons Schicksal rührt die Welt

Auch deshalb wurde die Spendenseite notwendig - zumal Mutter Brittany seit Jaxons Geburt nicht mehr arbeiten gehen kann. Zu aufwendig ist die tägliche Betreuung ihres Sohns. Zu hoch sind die Arztrechnungen, die für seine Behandlung gestellt werden. Jaxons Schicksal erlangte schnell Bekanntheit - und löste eine weltweite Hilfswelle aus. Von den angestrebten 70.000 Dollar Spendengeldern sind bislang und binnen eines Jahres bereits knapp 58.000 eingegangen. "Seine Geschichte geht um die Welt, wie wir es nie für möglich gehalten hätten. Wir sind sehr dankbar, das bedeutet uns sehr viel", heißt es in einem Facebook-Eintrag.

Um auf Jaxons seltene Krankheit aufmerksam zu machen und anderen Betroffenen Mut zu schenken, berichten die Buells in dem sozialen Netzwerk regelmäßig vom Alltag ihres Sohns. Auf Twitter teilen sie unter dem Hashtag #jaxonstrong ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen Eltern kranker Kinder. Auch in der Hoffnung, dass die Medizin vielleicht von Jaxons Geschichte profitieren kann.

"Ich bin ein stolzer 'Addy'"

Ihrem Sohn wollen sie weiterhin ein möglichst "komfortables, fröhliches und gesundes" Leben ermöglichen, ohne zu vergessen, dass es neben Jaxon weitere Kinder gibt, die ein ähnliches Schicksal teilen. Deren Eltern macht Brandon Mut: "Sein Leben hat mich besser gemacht, ich fühle mich gesegnet und bin sehr dankbar. Und ich bin auch ein sehr stolzer 'Addy'", so Brandon Buell. "Ich liebe dich, mein Sohn. Du machst das ganz wunderbar, du großer Junge.“


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