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"Poste deine Darmspiegelung": Erfolg in den sozialen Medien – so geht's

Wie hinterlässt man in den sozialen Medien ein positives Bild von sich? Ob Youtube-Star oder perfekter Facebook-Nutzer, mit dem Buch "Poste deine Darmspiegelung" wissen Sie, wie's geht. Wenn Sie jeden Ratschlag ignorieren.

Von ArneTorikka

Illustration einer Darmspiegelung

Immer diese nervigen allgemeinen Geschäftsbedingungen, die man sowieso nicht liest ... Doch!, rät Peter Wittkamp in seiner "Anleitung zum digitalen Glück" in einer der 42 Lektionen. Er hält die beiden Sätze "Ich habe die allgemeinen Geschäftsbedingungen gelesen und akzeptiert" und "Nur noch kurz ins Internet" für die meist verbreiteten Online-Lügen. Selbst die AGB, die man nie gelesen und dennoch bestätigt hat, solle man nacharbeiten, damit man weiß, worauf man sich einlässt. Um sie wirklich zu verstehen, schlägt Wittkamp vor, sie auszudrucken, durchzuarbeiten und zur Not bei der Rechtsabteilung des jeweiligen Dienstes nachzufragen. Das dauert natürlich. Um Zeit zu sparen, regt er an, sich Urlaub dafür zu nehmen oder mit Freunden eine Gruppe namens "AG AGB" zu gründen. Schwachsinn? Ja! Wir lesen schließlich gerade "Poste deine Darmspiegelung: In 42 Lektionen zum perfekten Internetnutzer" - und das Buch trieft vor Ironie.

Zuckerbergs Trick

Natürlich haben sich einige schlaue Social-Media-Seiten wie Facebook für die intelligenten AGB-Leser etwas einfallen lassen: Wenn man die Seite nutzt, erklärt man sich automatisch mit sämtlichen neuen Nutzungsbedingungen einverstanden. Aber selbst dann weiß Wittkamp Rat: Mann muss nur posten, was Facebook darf und was nicht. Zum Beispiel den Satz "Das Copyright meiner Profilbilder liegt ausschließlich bei mir". Es gibt nämlich eine Spezialabteilung bei Facebook, die ausschließlich solche Posts liest und sich die Namen der Benutzer merkt, damit der Dienst weiß, bei wem die neuen AGB gelten und bei wem nicht.

Struktur muss her

Eines ist klar: Sie sollen mithilfe dieses Buches ein Internetstar werden! Da reichen ein bis zwei Posts täglich auf Facebook einfach nicht, das wäre viel zu langweilig. Ein Internetstar darf aber nicht langweilig sein. Peter Wittkamp empfiehlt daher, alles zu posten, was man gerade macht: vom Meeting, dem Weg zur Arbeit, der Parkplatzsuche bis hin zum Mittagessen. Hauptsache, man ist aktiv. Wie man die Posts verfeinert und was man zwischendurch noch schreiben soll, um nicht so einseitig rüberzukommen, erklärt der Autor ebenfalls. Für eine zuverlässige Verwaltung schlägt er eine Tabelle vor, auf der man seine alltäglichen Posts einpflegt.

Die User-Typologie

Will man sein ganzes Leben im Internet preisgeben? Es gibt durchaus Menschen, die denken, dass genau dies der Zweck des Internets ist. Denn natürlich beruhen Peter Wittkamps Lektionen auf seinen Beobachtungen in den sozialen Medien. Jeder hat doch eine Person in seiner Freundesliste, die einem irgendwelche Spielanfragen schickt. Oder einen, der glaubt, er könne ein kostenloses Smartphone gewinnen. Es gibt eine großer Anzahl unterschiedlicher User-Typen, die sich durch ähnliches (dummes) Verhalten auszeichnen. Über manche macht man sich lustig, manche nerven einfach nur. Aber das ist natürlich kein Grund, offline zu gehen. 

Perfekte Klolektüre?

"Poste deine Darmspiegelung" kommt als 175-seitiger Ratgeber mit 42 Lektionen daher, die mit Tipps gefüllt sind – und einem so die gesamte Palette von Fehlverhalten in den sozialen Medien vor Augen führt. Die kleinen Lektionen lassen sich hervorragend immer mal wieder zwischendurch lesen. Für Leute, die sich für Social Media interessieren, vielleicht sogar beruflich, ist "Poste deine Darmspiegelung" der perfekte Nicht-Ratgeber.

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