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Pride in Oklahoma: "Nicht alle Jungs vom Land sind Frömmler" – Hetero-Mann zeigt seine Solidarität mit LGBTQ+

In ländlichen Regionen sind die Menschen häufig konservativer als in Großstädten, das ist auf allen Kontinenten so. Ein Mann aus einem 590-Seelen-Ort im Mittleren Westen der USA wollte deshalb zeigen, dass es auch Ausnahmen gibt – und wurde mit farbigem Klebeband aktiv.

Den Monat der Gay Parades unterstützt Cody Barlow mit einem Regenbogen an seinem Auto und den Worten: "Nicht alle Jungs vom Land sind Frömmler. Fröhlichen Pride Month"

Den Monat der Gay Parades unterstützt Cody Barlow mit einem Regenbogen an seinem Auto und den Worten: "Nicht alle Jungs vom Land sind Frömmler. Fröhlichen Pride Month"

Als urbanen Raum bezeichnet man in Oklahoma bereits einen Ort, in dem mindestens 2500 Menschen leben. 98 Prozent der Fläche des Bundesstaates, auf denen es 1,3 Millionen Einwohner gibt, sind ländlich. Auch Cody Barlow wohnt in einem winzigen Ort, ganze 590 Leute beherbergt Hulbert. An Orten wie diesen ist das mit der Weltoffenheit so eine Sache. Die Angst vor Neuem ist oft groß und noch größer die vor einem Verfall der Sitten. So bezeichnen es konservative Gemüter, wenn sich in puncto Sex und Beziehung etwas ändert. Etwa als die Hippies Ende der 60er Jahre nicht mehr verborgen haben, dass Sex vor der Ehe und außerehelicher Sex kein Problem für sie sind.

Aktuell aber droht der Verfall der Sitten aus einer ganz anderen Richtung, fürchten die Leute, die Cody Barlow bigots, Frömmler, nennt. Eine Auflösung der klassischen Geschlechterverhältnisse scheint Einzug zu halten, ja, wo kämen wir denn da hin? Männer dürfen Männer heiraten, Frauen ebenso Frauen. Wer mit seinem Geburtsgeschlecht nicht zufrieden ist, kann es wechseln und manche behaupten gar, beide Geschlechter in sich zu vereinen. Sodom und Gomorra!

Cody unterstützt die Verhassten und Vorverurteilten

Cody lebt zwar im kleinen Hulbert, doch ist schon ganz schön rumgekommen. In fünf Ländern und 14 Bundesstaaten ist er gewesen, hat vor Kalifornien gesurft und auf Hawaii geschnorchelt, verrät sein Facebook-Profil. Und weil er schon so viel von der Welt gesehen hat, weiß er auch, dass Menschen sich weiterentwickeln. Dass sich gesellschaftliche Veränderungen nicht dadurch aufhalten lassen, dass man sie verurteilt. Und um in seiner Region zu zeigen, dass er auch als heterosexueller Mann mit homosexuellen Menschen befreundet ist, hat er im Gay-Pride-Monat Juni seinen Wagen mit einem selbstgemachten Regenbogen dekoriert, dem Symbol für die LGBTQ-Familie.

Mehr als 135.000 Menschen lieben seine kreative Idee, seinen Wagen mit Klebestreifen zum Regenbogenauto zu machen und so seine Solidarität zu zeigen. 19.000 Kommentare zeugen davon, wie willkommen seine Haltung ist – und wie ungewöhnlich für einen heterosexuellen Mann aus einem kleinen Ort.

bal
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