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"Ein Tag im Leben von Marlon Bundo": Wie ein schwules Häschen den US-Vizepräsidenten ärgert

Einen Tag, bevor das "Original" auf den Markt kam, veröffentlichte der US-Comedian John Oliver eine Parodie auf ein Kinderbuch aus dem Hause des US-Vizepräsidenten. Seither steht die "modernisierte Fassung" auf der Bestsellerliste, nun erschien sie auf Deutsch.

Mike Pence und das Buchcover der deutschen Ausgabe

Mike Pence, der über sich sagt, er sei "Christ, Konservativer und Republikaner, in dieser Reihenfolge" setzte sich massiv dagegen ein, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können. Für ihn bedeute das den "gesellschaftlichen Zusammenbruch". Aus diesem Grund musste die Parodie des Kinderbuches seiner Ehefrau und seiner Tochter aus dem Familienhasen Marlon Bundo natürlich ein schwules Häschen machen.

Picture Alliance

Es war ein brillanter Coup. Ein politischer Kunstgriff. Ein Schuss vor den Bug von Mike Pence, den erzkonservativen Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten. Mit einem Bilderbuch. Genauer gesagt: mit der Parodie eines Kinderbuches von der Pence-Familie.

Charlotte Pence, Tochter von Mike Pence, arbeitete an einem Kinderbuch. Zusammen mit ihrer Mutter Karen. Erstere verfasste den Text, Mama illustrierte. Hauptfigur: das Kaninchen der Familie, der schwarz-weiß gefleckte Marlon Bundo (die Bunny-Version von Marlon Brando), der bereits seit Anfang 2017 als das Sympathien-bringende Aushängeschild der Familie über einen eigenen Instagram-Kanal verfügt. Politik funktioniert eben auch über Haustiere. Selbst Demokraten mögen den Vierbiener des erzkonservativen Republikaners. Es war also eine gute Idee, nachzulegen und die Generation der Drei- bis Achtjährigen mit einem Kinderbuch anzusprechen, das aus der Sicht des Kaninchens einen Tag lang Einblick in das Heile-Welt-Leben der Pence-Familie gewährt. Der prosaische Titel: "Marlon Bundos Tag im Leben des Vizepräsidenten".

Wäre den Pences nicht John Oliver zuvorgekommen. Um genau einen Tag vor der Veröffentlichung. Stolz präsentiert Oliver das Husarenstück in seiner Sendung "Last Week Tonight with John Oliver" vom 19. März 2018. Der Titel: "Ein Tag im Leben von Marlon Bundo".

Nun liegt das Buch mit Illustrationen von EG Keller und Text von Jill Twiss auch in der deutschen Übersetzung vor.

Das schwule Häschen mit der Fliege

Das Leben des "alternativen" Marlon Bundo sieht anders aus als das Promidasein des Hasens, das die Pences beschreiben. Das Buch erzählt von dem ganz besonderen Tag, an dem das Kaninchen sich verliebt – in ein anderes, männliches Kaninchen. Während es früher einsam war, allein aufwachte, allein frühstückte und allein die Nachrichten schaute, hat es an diesem Tag bei allem, was es tut, Gesellschaft. Wesley ist bei ihm und es war Liebe auf den ersten Blick. "Botus", das "Bunny of the United States", ist schwul.

"Als wir fertig gehoppelt waren, sagte ich: 'Wesley, ich will nie wieder ohne dich hoppeln.' Und Wesley sagte: 'Das ist ja ulkig. Ich will nämlich auch nie wieder ohne dich hoppeln, Marlon Bundo.'" Die beiden Hasen beschließen zu heiraten – und stoßen im Garten des Vizepräsidentenhauses auf Widerstand. Dort maßt sich eine Stinkwanze das Sagen an und sie lässt keine gleichgeschlechtlichen Ehen zu. Wem sie ähnelt, muss wohl kaum erwähnt werden.

Marlon und Wesley schauen entsetzt zur Stinkwanze

Die Stinkwanze, ein höchst konservatives Tier, das sich zum Chef der Gartenbewohner aufspielt, will die Eheschließung zwischen den beiden männlichen Kaninchen verbieten

Kinderbuch mit Happy End

Es folgen ein Zwergenaufstand und die Entmachtung der Stinkwanze. Eine romantische Trauung, vollzogen von einer lesbischen Katze. Ein Festmahl. Und am Abend sitzen Marlon Bundo und Wesley gemeinsam auf dem Sofa und sehen die Nachrichten – mit Wolf Blitzer, dem berühmten CNN-Journalisten, der einst Pence grillte.

Illustration eines Fernsehers, auf dem Wolf Blitz zu sehen ist

Wolf Blitzer, CNN-Journalist und ein liberaler Mann, "grillte" den Republikaner Mike Pence im September 2016, weil der Vizepräsident sich einer Antwort entzog: Donald Trump hatte zuvor behauptet, dass Barack Obama nicht in den USA geboren sei und Blitzer fragte Pence, ob sich Trump nicht für diese Lüge entschuldigen müsse. Pence wiegelte ab, das Thema würde keinen Amerikaner mehr interessieren.

Die Parodie "Ein Tag im Leben von Marlon Bundo" stand am 20. März auf Platz eins der US-amerikanischen Amazon-Bestsellerliste, John Olivers Aufruf in seiner Sendung waren genug Amerikaner gefolgt, um Mike Pence zu ärgern. Die Kategorie "Kinderbücher zu Emotionen und Gefühlen" führt das mit fünf Sternen bewertete Buch auch heute noch an. Die Autoreneinnahmen für die US- und die deutsche Ausgabe fließen in zwei amerikanische Hilfsorganisationen, "The Trevor Project" unterstützt Suizid-gefährdete LGBTQ-Jugendliche, Aids United leistet HIV-Erkrankten Beistand.

Cover

"Ein Tag im Leben von Marlon Bundo" von Marlon Bundo und Jill Twiss, Illustrationen von EG Keller, Riva Verlag, 14,99 Euro, hier bestellbar

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.