VG-Wort Pixel

Twitter-Thread Mutter stellt die Hausarbeit ein – und wartet einfach mal ab, was passiert

Schmutziges Geschirr
Das schmutzige Geschirr stapelte sich, ohne dass sich jemand darum kümmerte (Symbolbild)
© RapidEye / Getty Images
Eine Twitter-Userin war es leid, ständig allein den ganzen Haushalt für die Familie zu erledigen. Also trat sie in einen Putzstreik. Tatsächlich gelang es ihr, ihren Mann und die Kinder zu erziehen – auch wenn es etwas dauerte.

Das bisschen Haushalt ist meistens dann doch ziemlich viel – und in Partnerschaften und Familien oft immer noch vor allem von den Frauen erledigt. Eine Mutter aus den USA hat auf Twitter demonstriert, wie selbstverständlich das ihr Mann und ihre Kinder zu nehmen scheinen. Die Userin "Miss Potkin" war genervt davon, dass sie sich im Haushalt um alles kümmern musste: "Ich bin für alle Mahlzeiten verantwortlich und bin es leid, auch noch putzen zu müssen." 

Also trat sie in einen Putzstreik. Auf ihrem Twitter-Account dokumentierte Miss Potkin, was dann passierte. Schon nach zwei Tagen stapelte sich das dreckige Geschirr auf der Küchenablage, ohne dass sich jemand darum scherte. Nun ging es darum, wer als erster reagieren würde. Der Mann, die Kinder oder doch wieder die Mutter? "Ich nicht", versicherte Miss Potkin.

Mutter tritt in den Putzstreik, die Familie ignoriert den Dreck

Und so ging es weiter. Ohne mit der Wimper zu zucken, boykottierte die Twitter-Userin die Arbeit im Haushalt, unbeeindruckt davon, wie sich das Chaos immer weiter im Haus ausbreitete. Die Stapel von dreckigem Geschirr standen im Raum wie ein rosa Elefant, den jeder sieht, aber niemand ansprechen möchte: "Keiner sagt etwas, aber ich merke, wie es in ihren Köpfen rattert." Immerhin: Der Streik führte dazu, dass ihr Mann den Müll rausbrachte. Das hatte er zuletzt vor 965 Tagen getan, schrieb Miss Potkin.

Die Mutter verweigerte nicht nur den Abwasch, sondern auch das Wäschewaschen. Doch auch hier konnte sich die Familie nicht erbarmen, selbst Hand anzulegen. Stattdessen wurde das Problem weiterhin steif und fest ignoriert: Im Flur häufte sich die schmutzige Wäsche und der Vater benutzte zum Kaffeekochen lieber einen Babylöffel als einen dreckigen Löffel abzuspülen. Noch schlimmer: Selbst verschimmeltes Essen – zum Beispiel eine alte Bratwurst in einer Bratpfanne – konnte den Rest der Familie nicht aus der Ruhe bringen.

So eskalierte die Lage immer weiter. Auf der Toilette im Erdgeschoss des Hauses ging das Klopapier zur Neige – natürlich ohne dass jemand eine neue Rolle aufhängte. Logische Folge: Die Toilette sei jetzt außer Betrieb für alle, die daran dächten, dass es dort kein Papier gäbe, schrieb Miss Potkin. "Denen, die es nicht tun, gnade Gott." Und tatsächlich passierte genau das. Ein Familienmitglied saß ohne Klopapier auf Toilette – und Miss Potkin schien es zu genießen: "Das ist so aufregend."

Saubere geöffnete Spülmsachine

Nach drei Tagen zeigt der Streik Wirkung

Dann endlich zeigte der Putzboykott Wirkung. Ein Mitglied der Familie räumte das dreckige Geschirr in die Spülmaschine und musste dabei auch erkennen, dass es keine gute Idee gewesen war, damit so lange zu warten. Es stellte sich nämlich als ausgesprochen schwierig heraus, die angetrocknete Müslireste aus der Schüssel zu kratzen. "Ein großer Tag", jubilierte Miss Potkin auf ihrem Twitter-Account. Schließlich tauchte auch Toilettenpapier in den Badezimmern auf. Die Familie schien ihre Lektion gelernt zu haben, wenn auch auf die harte Tour.

Für die Mutter waren die drei Tage ohne Hausarbeit mitunter schwer durchzuhalten. Der Streik hatte für sie jedoch eine große symbolische Bedeutung, erklärte sie: "Das ist eine Lektion, die zeigen soll, dass ich gehört und respektiert werden will." Sie liebe ihre Familie, deshalb halte sie das Haus sauber und kümmere sich um alles. Aber sie weiß auch: "Liebe ist geduldig, aber Liebe ist auch verdammt müde, wenn sie 14 Stunden am Tag arbeiten muss. Man hat gute und schlechte Tage, aber Leute werden nicht gern als selbstverständlich angesehen – vor allem nicht von denen, die sie am meisten lieben."

Quelle: Miss Potkin auf Twitter

epp

Mehr zum Thema



Newsticker