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Solidarität nach Shitstorm Mutter vergisst zwei Monate altes Baby im Supermarkt

Sie hat ihr Baby im Einkaufswagen vergessen und wurde dafür von Fremden online fertiggemacht. Nachdem Cherish Peterson ihre Geschichte erzählt hatte, wendete sich die Meinung - unter #IStandWithCherish.

Es waren 40 Grad Celsius in Gilbert, einer Vorstadt von Phoenix, Arizona, als Cherish Peterson noch schnell was im Supermarkt besorgen wollte. Der Mutter von vier kleinen Kindern war um elf Uhr morgens eingefallen, dass ihr Neffe Geburtstag hatte. Sie wollte ihm ein Bouquet mit Süßigkeiten kaufen, so ist es in ihrer Familie beim 16. Geburtstag Tradition. Also holte sie ihre dreijährige Tochter um 11.30 Uhr von der Vorschule ab und fuhr mit ihr und den zwei Kleinsten zu Fry's, dem Supermarkt um die Ecke. Sie parkte direkt vor dem Eingang, nahm sich einen Einkaufswagen, setzte den Einjährigen in den Sitz und legte ihren zwei Monate alten Sohn mit seiner Babyschale in den Einkaufswagen, die Dreijährige lief nebenher. Weil die Bouquets gleich am Eingang stehen und sie nur dieses eine Geschenk besorgen wollte, legte sie es auf dem Baldachin der Babyschale ab, die den gesamten Einkaufswagen ausfüllte, wie Peterson detailliert in einem Interview bei KPHO berichtet

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Nachdem sie bezahlt hatte, nahm sie das Geschenk, legte es ins Auto, schnallte ihre beiden anderen Kinder an und fuhr los. Die Babyschale mit dem Säugling vergaß sie, weil an diesem Morgen alles anders war. Sie hatte woanders geparkt, musste nicht wie sonst den Einkaufswagen zurückbringen und hatte den Einjährigen bereits im Auto, den sie normalerweise als letztes Kind hineinsetzt. Dass Stress und Hitze dazukamen, erwähnt Peterson nicht mal. Nur, dass ihr Säugling das bestgelaunte Baby von all ihren Kindern ist und nie weint. Während sie das erzählt, kämpft die Mutter bereits mit den Tränen.

Der Schock

"Als ich in die Garage fuhr, fragte meine Dreijährige 'Mama, wo ist Baby Huxton?' Ich drehte mich um und sah, dass er nicht da war. Ich war die ganze Zeit der festen Meinung, er säße hinter mir", berichtet Peterson von dem wahrscheinlich schrecklichsten Moment ihres Lebens. Sie war nach dem Einkauf direkt zur Highschool gefahren, um das Geschenk abzugeben, und so kam es, dass inzwischen 40 Minuten vergangen waren, bis die Mutter wieder bei Fry's war.

Die Polizei war inzwischen dort gewesen und hatte Baby Huxton ins Krankenhaus gebracht, da niemand wusste, wie lange er dort bereits lag. Dem Kleinen ging es gut, weil ein Polizeibeamter, der nicht im Dienst war, ihn nur Minuten nach Petersons Aufbruch gefunden hatte. Er war bester Dinge und hatte (natürlich) nicht geweint. 

Kaum zu Hause angekommen, kam CPS, der Child Protective Service, und interviewte Petersons ältestes Kind, das sechs Jahre ist und während des Vorfalls im Kindergarten gewesen war. Peterson ließ sie gewähren und sagte, sie habe nichts zu verbergen. "Ich bin eine gute Mutter, die einen schrecklichen Fehler gemacht hat."

Der Shitstorm

Als der Vorfall an die Öffentlichkeit kam, brach ein Sturm über Peterson los. Die Kinder müsse man ihr wegnehmen, forderten die einen, wenn sie eine Schwarze wäre, säße sie schon im Knast, sagten die anderen. Drogen- und Alkoholmissbrauch wurden der 28-Jährigen ebenso unterstellt, wie die Frage aufkam, wie einer guten Mutter so etwas passieren könne. 

Die Wut und das Unverständnis in den sozialen Medien änderte sich in Mitgefühl, nachdem Peterson ihre Geschichte erzählt hatte. Plötzlich konnten die Menschen nachvollziehen, was passiert war: Stress, vier kleine Kinder, ein vergessenes Geburtstagsgeschenk - eine Ausnahmesituation. Und eine Mutter, die wahrscheinlich am meisten von allen gelitten hat.

Rechtlich ist noch nicht entschieden, welche Konsequenzen der Vorfall für Familie Peterson haben wird.


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