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Offener Brief an "Gwynnie": Mutter nimmt Paltrows Luxussorgen aufs Korn

Wie schwer es ist, Familie und Beruf zu vereinen, beklagt Gwyneth Paltrow in einem Klatschmagazin. Und macht damit eine arbeitende New Yorker Mutter richtig sauer - sie schreibt zurück.

Mit einer Bemerkung auf der Promi-Klatsch-Website "E! Online" traf Gwyneth Paltrow einen Nerv. Paltrow wird dort so zitiert: "Ich glaube, es ist anders, wenn du einen Bürojob hast. Du kannst morgens alles Mögliche erledigen und abends, wenn du nach Hause kommst. Wenn du aber einen Film drehst, heißt es 'Du musst für zwei Wochen nach Wisconsin.' Und dann arbeitest du 14 Stunden am Tag, und das ist wirklich anstrengend. Ich glaube, einen normalen Job zu haben und Mutter zu sein, klar, gibt's da auch Herausforderungen, aber die sind nicht zu vergleichen mit denen, am Set zu sein."

Bäm! Das trifft mitten in die Diskussion um Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Allerdings aus der falschen Ecke, findet Mackenzie Dawson. Sie reagierte deshalb in der "New York Post" mit einem süffisanten offenen Brief "Von einer arbeitenden Mutter an Gwyneth": "Als Mutter eines Kleinkindes stimme ich voll zu!", heißt es dort. "'Gott sei Dank verdiene ich nicht Millionen damit, einmal pro Jahr einen Film zu machen', sage ich mir quasi jeden Morgen, wenn ich auf einem windigen Bahnsteig stehe, um dann eine Dreiviertelstunde in die Stadt zu fahren. Wenn's anstrengend wird, sage ich mir genau das immer wieder. Es ist mein Mantra."

Wer hat's leichter?

Und all ihren arbeitenden Freundinnen gehe es ähnlich, so Dawson. "Wir quatschen ständig darüber, wie leicht Job und Familie zu vereinbaren sind. Wenn ich mich einmal pro Woche mit ihnen treffe - was leicht zu organisieren ist, weil in meinem Viertel haufenweise tolle Babysitter rumlaufen, die mit hochgehaltenen Schildern ihre Dienste anbieten - beginnt unser Wettstreit, wer von uns es leichter hat. Sind es die weiblichen Brötchenverdiener, die rund um die Uhr arbeiten, damit sie die Miete zahlen können und nachts mit der Sorge wachliegen, ihren Job zu verlieren? Oder sind es eher die Mütter, deren Bewerbungen abgelehnt werden, weil sie Mütter sind? Und was ist mit jenen, die normale '9 to 5'-Jobs haben? Denen Lohn abgezogen wird, wenn die Kinder krank sind und sie kein Back-up für deren Betreuung haben? Diese Mütter leben einen Traum, sag ich dir!"

"Apropos Kinderbetreuung", geht es weiter, "wie du weißt, Gwynnie, kann Personal eine echte Plage sein. Es ist so schwierig, heutzutage gute Leute zu finden!", ätzt Dawson und lässt sich darüber aus, dass ja zum Glück staatlich subventionierte, hochqualifizierte Betreuung an jeder Ecke zu finden sei. Das mache alles leichter, und man müsse nicht 30.000 bis 65.000 Dollar pro Jahr für eine Nanny zahlen. "In deinem Interview erwähntest du, dass man 'mit einem Bürojob den ganzen Kram am Morgen erledigen' könne - das trifft den Nagel auf den Kopf. Als jemand mit einem Bürojob sind meine Morgende eindeutig ziemlich entspannt. Manchmal habe ich sogar Zeit, die Hälfte meines Kaffees zu trinken, bevor sie kalt wird!" Dawson beschreibt ihren anstrengenden Morgen mit elaborierten Spitzen und endet mit "Danach trinke ich ein paar Bellinis und optimiere meine private Rentenvorsorge".

Jemand gegarten Grünkohl?

Schließlich kommt Dawson zu ihrem Abendprogramm. "Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, bin ich voller Elan und bereit, eins der Rezepte nachzukochen, die du auf deiner Lifestyle-Website 'Goop' veröffentlichst: Hat jemand Lust auf bei Niedrigtemperatur gegarten Grünkohl, Pancetta und Brotkrumen? Anschließend gehe ich zum Yoga, meditiere ein paar Stunden und kaufe vielleicht noch was online. Etwa bei 'Goop' die besonders kurze kurze Hose mit weißem Leopardendruck für 350 Dollar - in Vorbereitung auf die Frühjahrsferien mit meinem Mann und Sohn. Wenn es eins gibt, worin ich gut aussehe, seit ich ein Kind bekommen habe, sind das kurze kurze Hosen." Nach einer kleinen Abhandlung darüber, dass in New York niemand 14 Stunden arbeiten müsse, das sei ja verrückt, verabschiedet sich "Deine Mackenzie".

bal

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