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Omas als Au-pairs Raus aus dem Trott, rein ins Abenteuer


Müssen Au-pairs unbedingt jung sein? Nein, Michaela Hansens Agentur Granny Aupair vermittelt Kinderbetreuerinnen in alle Welt, die bereits Enkel haben - oder haben könnten.

Die Kinder sind aus dem Haus, das Sektglas, mit dem der Ruhestand begossen wurde, ist geleert, das Wohnzimmer hat frische Farbe an den Wänden und die Küche blitzt. Und jetzt? Soll das alles gewesen sein? Wer dieses Gefühl gepflegter Langeweile eintauschen will gegen Lebenslust und Aufbruchstimmung findet in Michaela Hansen eine kreative Komplizin. Über ihre Agentur Granny Aupair vermittelt die Hamburgerin Frauen jenseits der 50 als Omas auf Zeit in alle Welt. Nach der Devise raus aus dem Alltagstrott, rein ins Abenteuer schickte die 54-Jährige bereits 500 Frauen in Gastfamilien oder soziale Hilfsprojekte rund um den Globus. Ab nach London, Paris oder Rom, nach Kapstadt, Toronto oder New York.

Die Idee zur Firmengründung kam der attraktiven Vierfach-Großmutter, als sie gemütlich zu Hause auf dem Sofa lümmelte und im Fernsehen eine Doku-Soap über das Leben junger Au-pair-Mädchen in fernen Ländern anschaute. Rund vier Jahre ist das jetzt her, aber sie erinnert sich noch genau an diesen verregneten Sonntagnachmittag: "Ich dachte an meinen eigenen unerfüllten Traum vom Leben im Ausland und an die verpassten Chancen." Obwohl sie sich als blutjunge Frau ganz bewusst für Familie entschieden hatte und bereits mit 21 Jahren Mutter von zwei Kindern war, spürte sie immer wieder ein leises Bedauern über diesen Verzicht. Doch genau dieser klitzekleine Stachel im Fleisch brachte das innovative Projekt "Granny Aupair" im Jahr 2010 auf Touren. Mittlerweile sind die Grannys aus Deutschland ein echter Exportschlager. Das liegt wohl auch an diesem attraktiven Mix aus Lebenserfahrung, Zuverlässigkeit, Neugier und Gelassenheit, den die älteren Semester im Gepäck haben. "Oft entstehen über die Arbeit im Ausland Freundschaften und innige Kontakte", weiß die Agentur-Chefin, "das ist wunderbar und so heilsam gegen die innere Leere und das Gefühl der Bedeutungslosigkeit."

Was man für ein solches Abenteuer mitbringen sollte und welche Herausforderungen die reifen Au-pairs in ihren Gastfamilien erwarten, lesen Sie in der neuen Ausgabe von "viva!".

Seit 5. Februar im Handel

Von Irmgard Hochreither

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