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Buchtipps Perfekt für die Osterferien: Vier Bücher, die uns jetzt besonders am Herzen liegen

Mutter und Tochter backen Brot
Endlich Ferien und Muße für gemeinsame Stunden
© Ridofranz / Getty Images
Die Osterferien gestalten sich dieses Mal häuslicher als in jedem Jahr zuvor. Durch das Coronavirus können wir nicht verreisen und nur noch wenige Menschen treffen. Gute Bücher aber gibt es auch 2020! Vier Titel, die wir sehr empfehlen. 

Nicht an jedem Ort haben Buchläden noch geöffnet, doch das soll uns nicht am Lesen hindern. Fast jeder Verlag hat auf seiner Website einen eigenen Shop, in dem man online Bücher ordern kann. Das hilft in der Zeit von Corona dabei, dass die Einbrüche im Verkauf ein wenig abgemildert werden, denn Riesen wie Amazon bestellen im Moment kaum noch Bücher nach. Wir haben Titel ausgewählt, die uns richtig begeistert haben und mächtig ans Herz gewachsen sind.

"Freunde. Was uns verbindet"

"Freunde. Was uns verbindet" von Valerio Vidali (Illustration) und Heike Faller, Kein & Aber, 180 Seiten, 20 Euro. Hier bestellbar.
"Freunde. Was uns verbindet" von Valerio Vidali (Illustration) und Heike Faller, Kein & Aber, 180 Seiten, 20 Euro. Hier bestellbar.
© Kein & Aber / Hersteller

Wenn wir unsere Freunde schon nicht sehen können, haben wir jetzt wenigstens genug Zeit, um an sie zu denken. Ein perfekter Inspirationsquell dafür ist das neue Buch von Heike Faller und dem Illustrator Valerio Vidali. "Freunde" kommt fast ohne Worte aus und wahrscheinlich funktioniert es deswegen so gut. Wir sehen seitenweise Anlässe, zu denen sich Menschen treffen, sich kennenlernen, Freundschaft schließen, sich wiedersehen und füreinander da sind. Das hat einen erstaunlichen Effekt auf unser Gehirn: Die Gedanken beginnen zu fliegen. Wir erinnern uns an Momente, die in unserem Leben ähnlich verlaufen sind und die uns deswegen viel bedeuten. Nach ihrem ersten gemeinsamen Buch, dem Riesenerfolg "Hundert", ist Faller und Vidali ein weiterer Geniestreich gelungen: Ein Bilderbuch, das Großeltern ebenso glücklich macht wie ihre Enkel – bei gemeinsamer Lektüre lassen sich wunderbar Erinnerungen austauschen.

"Manno! Alles genau so in echt passiert"

Cover
"Manno! Alles genau so in echt passiert", Text und Illustration von Anke Kuhl, Klett Kinderbuch, 136 Seiten, 16 Euro. Hier über Amazon bestellbar oder hier über die Empfehlungen des Verlages.
© Klett Kinderbuch / Hersteller

Wer im vergangenen Jahrtausend noch ein Kind war, idealerweise in einer Kleinstadt aufgewachsen ist, vielleicht sogar mit den Großeltern im gleichen Haus gelebt hat, muss aufpassen! Es könnte sein, dass die unglaublich präzisen Erinnerungen von Anke Kuhl ihm die Tränen in die Augen treiben – vor Lachen. Zum Glück hat die Kindheit aber offenbar generationenübergreifende Allgemeingültigkeit, was Erfahrungen und Erlebnisse angeht: Manches passiert zum ersten Mal und vieles ist liebgewordene Routine – sodass auch alle anderen Leser auf ihre Kosten kommen. Anke Kuhl, Jahrgang 1970, erinnert sich in "Manno!" nicht nur an ihre Kindheit, sondern auch an Sprache, Ausdrücke und "kleine Sünden", die zum Aufwachsen gehören. Die offizielle Altersempfehlung lautet "ab 7 und für alle" und das zu Recht. Kein Kind und erstrecht kein Erwachsener wird dieses Buch vor dem Umblättern der letzten Seite aus der Hand legen können.

"Von Menschen und Eseln"

Cover
"Von Menschen und Eseln" von Raphael Romano, Schweizer Literaturgesellschaft, 212 Seiten, Softcover, 19,20 Euro. Hier bestellbar.
© Verlag Schweizer Literaturgesellschaft / Hersteller

Es gibt Bücher, die kriegen einen sofort, welche, für die man die ersten 50 Seiten tapfer durchhalten muss, bevor man drin ist und jene, die offenbar für andere Menschen geschrieben worden sind. "Von Menschen und Eseln" passt in keine dieser Kategorien. Der Schweizer Autor Raphael Romano erzählt in seinem Roman die Geschichte einer Familie über nahezu ein Jahrhundert hinweg, von 1920 bis 2015. Jede Generation hat darin ihr Päcklein zu tragen, die eine schwerer, die andere vermeintlich leichter. Doch die Schicksale von Barbara Gulder und ihren Nachfahren rühren uns alle auf eigentümliche Weise an. Romano bedient sich einer ganz eigenen Sprache und Erzählweise, die man zunächst begreifen muss, die dann aber in gewisser Weise süchtig macht. Der rote Faden, der sich durch die Leben aller Familienmitglieder zieht, ist ein Kinderbuch mit dem Titel "Vom Esel, der fliegen wollte", das als Buch im Buch enthalten ist. Auch hier findet sich also Stoff, der sich gut mit den eigenen Kindern teilen lässt. Für die Erwachsenen aber gilt wohl: Schade, dass Romano nicht weitere Generationen – gerne bis ins Jahr 2115! – erschaffen hat, denn der Abschied von dieser Familie fällt schwer.

And now to something completely different: "Brot backen mit Christina"

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"Brot backen mit Christina", Löwenzahn Verlag, 168 Seiten, 24,90 Euro. Hier bestellbar.
© Löwenzahn Verlag / Hersteller

Wer noch nie in seinem Leben ein Brot gebacken hat, verpasst eine der sinnlichsten Geruchserfahrungen, die man sich vorstellen kann. Bei all dem Mehl, das aber in den letzten Wochen auf ominöse Weise aus den Supermarkt-Regalen verschwunden ist, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass es zu Backwerk verarbeitet werden soll. Die Österreicherin Christina Bauer ist eine Meisterin ihres Fachs und versteht es, Anfängern und Fortgeschrittenen Appetit zu machen. Es gibt sogar Rezepte, die ganz ohne Hefe auskommen. Und der unbedarfte Erstbäcker erfährt, dass es Backaccessoires gibt, die "Gärkörbchen" heißen! "Wenn nicht jetzt, wann dann?", fragte schon der Talmud (und Aristoteles und Die Höhner). Wenn uns die Corona-Einsamkeit stinkt, bereitet uns der Duft frisch gebackenen Brotes sofort wieder gute Laune. Brot backen ist so einfach (eignet sich auch für minderjährige Mithelfer!) und beglückend, dass wir uns nach dem Erstlingswerk gefragt haben, warum wir das nicht schon immer selbst gemacht haben. Guten Appetit!


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