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Ende einer Ära: Nostalgie und Nackedeis: Was die Menschen mit dem Otto-Katalog verbinden

Es ist aus: Der dicke Otto-Katalog, treuer Vertreter analoger Jahrzehnte, erscheint bald zum letzten Mal. Von nun an können Kunden des Versandhauses ihre Artikel nur noch online auswählen. Der Wälzer fand sich fast in jedem Haushalt. Welche Erinnerungen bleiben? Wir haben unsere Leser gefragt.

Der Konzernchef Michael Otto 2002 mit der damaligen Ausgabe des Otto-Katalogs

Der Konzernchef Michael Otto 2002 mit der damaligen Ausgabe des Otto-Katalogs

Picture Alliance

Er war schwer, dick und bot Unterhaltung für viele lange Schmökerstunden: Der Otto-Katalog. Die Titelseite schmückte häufig ein namhaftes Model, drinnen fand sich vor allem Mode, aber man konnte auch durch Spielzeug-, Technik und Möbel-Seiten blättern. Wer als pubertierender Mensch auf dem Dorf aufwuchs und keine Ahnung hatte, was gerade style-technisch angesagt war: Im Otto-Katalog fand man zuverlässig eine grobe Richtung.

Was bleibt von 68 Jahren Otto-Katalog? Wir haben auf Facebook die stern-Leser befragt. Viele von ihnen hatten Anekdoten zu erzählen. Die fielen ganz unterschiedlich aus – mit teils überraschenden Antworten.

"Als Kind habe ich mich immer auf die Seiten mit Spielzeug gefreut, vor allem im Winterkatalog und später die Elektronik, Steroanlagen usw.", schreibt Michael L. Und so wie ihm ging es vielen anderen ebenfalls – besonders als Kind. "Ganz genau. Mitte Oktober wurde schon die Wunschliste für Weihnachten erstellt. "Bitte den Legokasten von Seite 857 rechts unten", kommentiert Thomas M. Auch für Sina Maren S. war der Katalog besonders vor den Festtagen reizvoll: "Damals zur Weihnachtszeit habe ich immer die Spielzeuge im Otto-Katalog ausgeschnitten und auf meinen Wunschzettel geklebt. Danach habe ich ihn auf die Fensterbank gelegt und am nächsten Tag war er weg!"

Große Wünsche und kreative Ideen

Auch zu kreativen Aktionen luden die dicken bunten Wälzer viele Leser ein. "Ich hab auch gerne Kollagen gebastelt, aus den Bildern von abgelaufenen Katalogen. In unserer heutigen Zeit sind Kataloge an sich die letzten Relikte aus einer analogen Ära, auch wenn ich lieber in schönen Katalogen stöbere, als stundenlang durch das Netz zu surfen", berichtet Leserin Amely S. "Wir haben als Kinder immer schöne Laubblätter darin getrocknet", erinnert sich hingegen Christina M. Und  Maren E. durfte "bei Oma immer die Tanten ausschneiden und neu schminken und frisieren", wie sie sich erinnert.

Während die weiblichen Otto-Kundinnen sich vor allem für die Mode interessierten, war für die Herren etwas anderes interessant. Ähem. "Diese Kataloge waren das für uns Jungs ... was für die heutige Generation Youporn und Co. ist! Die Mädels der Rubrik „Damen Unterwäsche“ ... und das Highlight, wenn der BH durchsichtig war und du einen Blick auf die „Nippel“ werfen konntest", gesteht Alexander M. Und auch Thorsten K. erinnert sich an eines besonders: "Nunja... Unterwäscheseiten! Wir hatten doch damals nichts anderes." Auch Rene S. mochte eines besonders: "Bikini-Girls anschauen! Nur deswegen wurde der doch behalten und ist nicht in der Tonne gelandet."

Bikini-Girls für die männlichen Leser

Der dicke Katalog sorgte auch für schöne Momente, die Generationen verbanden. Töchter, Mütter, Großmütter. "Mit deiner Mama im Wohnzimmer den Otto-Katalog schauen. Das war echt schön", erinnert Marion D. ihre Freundin Sabrina. Oder: "Wir durften immer ankreuzen, welche Kleidung uns gefällt. Dann hat Mama da angerufen und gefühlte 5 Stunden unendlich lange Zahlenfolgen vorgelesen. Wenn dann alles kam, mussten wir erstmal alles anprobieren", erinnert sich Eileen K. amüsiert. Denn vor dem Internet bestellte man telefonisch, gab die ellenlangen Bestellnummern der Artikel mündlich durch. 

"Hab meine Kids mit den Kinder- und Spielzeugseiten ewig beschäftigen können. Hat meine Mama mit mir auch so gemacht", kommentiert Leserin Maria L. nostalgisch. Und auch Sebastian S. erinnert sich: "Immer, wenn die frisch eingetroffen sind und Mutti den durchgeguckt hatte, schnappe man selbst sich den und blätterte erstmal durch die Spielzeugseiten. Tolle Erinnerungen!"

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wt

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.