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Red Skull: Mein Papi ist ein Comic-Nazi

Henry Rodriguez hat rund 35.000 Euro in sein Gesicht investiert, um auszusehen wie der Erzfeind von Captain America, Red Skull. Unter anderem ließ sich der 37-Jährige seine Nase abschneiden. Sein Sohn hat trotzdem keine Angst vor ihm.

Red Skull

Henry Rodriguez lebt als Marvel-Bösewicht Red Skull. Seine Familie sei ihm das wichtigste, sagt er.

Wer Henry Rodriguez zufällig auf der Straße trifft, hat wahrscheinlich erstmal nur einen Reflex: wegrennen. Der 37-jährige Mann aus Caracas, Venezuela, hat an seinem Gesicht so viele Operationen und Tätowierungen vornehmen lassen, dass heute nicht mehr zu erkennen ist, wie er einmal aussah. Denn jetzt sieht er aus wie jemand anders. Wie eine Comicfigur. Wie Red Skull. Für diejenigen, die den Widersacher des Marvel-Helden Captain America nicht kennen: Vor dem zweiten Weltkrieg war er einer der ersten, an denen ein "Supersoldaten-Serum" getestet wurde. Da es jedoch noch nicht ausgereift war, entstellte es sein Gesicht, verstärkte seine körperlichen Kräfte und seine negativen Charaktereigenschaften. Eine tragische, böse Figur. Ein Antiheld.

Die Verwandlung in den üblen Nazi-Schurken hat etwa 35.000 Euro gekostet

Es begann vor sieben Jahren damit, dass Rodriguez seine Augäpfel komplett schwarz hat tätowieren lassen. Dann folgten Stirnimplantate sowie die schmerzhafte Entfernung eines Teils seiner Nase und die Verformung seiner Ohren. Ein Prozess, der sich über Jahre erstreckte. 

Rodriguez hat seit seiner Verwandlung mit einigen Vorurteilen zu kämpfen. Zu fremd sieht der Mann aus, der seit seiner Kindheit die Marvel-Comicwelt liebt und alles, was anders ist. "Aber ob mit oder ohne Tattoos, mit oder ohne Implantate, wir sind doch alle gleich. Und wir sind diejenigen, die alles erreichen können, was wir wollen", sagte er der "Daily Mail". Ermöglicht hat ihm seinen Traum der Medizin-Studienabbrecher Emilio Gonzalez, der sich aufs Tätowieren und auf Extrem-Operationen spezialisiert hat.

Über allem steht aber die Familie

Auch wenn Rodriguez' Aussehen nicht jedermanns Geschmack trifft, ist für ihn nur eins wichtig: "Mein Sohn Aarón Rodrigo ist drei Jahre alt. Wenn er mich akzeptiert und liebt, interessiert mich nicht, was andere Menschen sagen. Mir ist wichtig, dass ich glücklich und mit mir zufrieden bin."

Auf Tattoo Conventions gehört Rodriguez längst zu den Aushängeschildern. Auf dem Weg dorthin eher zu den Ausnahmen. 

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bal
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