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Savior Barbie: Diese Barbie rettet schwarze Waisenkinder für das perfekte Helfer-Selfie

Der Satire-Account Savior Barbie macht sich über die Selbstdarstellung und Unwissenheit ehrenamtlicher Helfer in Afrika lustig. Denn auch wenn sie nicht wissen, dass Afrika kein Land ist, haben sie doch einen Plan für die Rettung des ganzen Kontinents.

"Es geht nicht um mich, sondern um meine Liebe zu Afrika. Na gut, eigentlich geht es doch um mich." Das sagt Savior Barbie, 20 Jahre alt und Amerikanerin. Sie ist gekommen, um Afrika zu retten. Sie will all die armen Waisenkinder adoptieren - und am besten auch noch die einsamen Löwen, die ganz allein in diesem großen Land unterwegs sind. Ihre Bemühungen und ihre Einzigartigkeit dokumentiert sie auf ihrem Instagram-Account. Schließlich soll jeder sehen, wie viel Gutes sie so tut. 

Savior Barbie wurde inspiriert von dem Satire-Account Hipster Barbie, der sich seit dem vergangenen Jahr über das perfekte Leben vieler Instagram-Nutzer lustig macht. Die Zielgruppe von Savior Barbie ist etwas spezieller. Sie nimmt all die jungen Menschen aus dem Westen aufs Korn, die ein soziales Jahr in Afrika absolvieren - sich selbst aber wichtiger nehmen, als ihre ehrenatmliche Arbeit. Sie stöckelt durch Afrika, ist entzückt davon, dass die Menschen sooo arm und trotzdem sooo glücklich sind. Sie macht Selfies mit süßen Waisenkindern - da diese noch immer die tollsten Fotos garantieren - und spricht davon, wie sehr die Kinder ihr Leben verändern, auch wenn sie ihre Namen leider vergessen hat. Sie versucht sich als Lehrerin, obwohl sie dafür keine Ausbildung hat. Doch das braucht sie ja auch nicht, schließlich kommt sie aus dem Westen. Das reicht, um afrikanische Kinder zu unterrichten. 

Den Satire-Account gestartet haben zwei junge Amerikanerinnen, die lieber anonym bleiben möchten. Auch sie haben mal ehrenamtlich in Afrika gearbeitet. "Wir waren nie so schlimm wie Savior Barbie, aber wir haben in unserer Zeit als weiße Retter auch Dinge getan, die wir bereuen", erklärten die zwei Gründerinnen gegenüber der "Huffington Post". Es herrsche bei vielen der freiwilligen Helfer die Überzeugung, dass "Afrika vom Westen vor sich selbst gerettet werden muss. Das klingt oft noch genauso wie während der Kolonialzeit und der Sklaverei."


Es sei erschreckend, wie blauäugig vieler der Helfer das Leben in Afrika sehen würden, meinen die Erfinderinnen von Savior Barbie. Wenn sie von ihren Reisen erzählten, würden sie meist noch nicht einmal erwähnen, in welchem Land sie waren - einfach Afrika, als wäre damit alles gesag. Ihr Satire-Account soll nicht nur witzig sein, sondern eine Diskussion darüber auszulösen, wie sich freiwillige Helfer in Afrika und anderen Ländern verhalten. 


vim
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