HOME

Großbritannien: Schule will Achtjährigen nicht für eine letzte Reise mit todkranker Mutter freistellen

Die krebskranke Angela möchte ein letztes Mal mit ihren Kindern verreisen, doch das kann sie sich in den Ferien nicht leisten. Sie beantragt daher eine Beurlaubung von der Schule. Doch ihr Jüngster erhält eine Absage.

Die 36-jährige Angela Rose hat vor 14 Monaten eine furchtbare Diagnose erhalten: Brustkrebs mit schnell streuenden Metastasen, unheilbar, ihr blieben maximal ein bis zwei Jahre. Für die Britin aus Milton Keynes, einer Stadt nordwestlich von London, und ihre Familie war das natürlich ein Schock. Doch Angela und die drei Kinder beschlossen, aus der ihnen noch verbleibenden Zeit das Beste zu machen.

Nun, gut ein Jahr nach der Diagnose, soll es ein letzter gemeinsamer Urlaub werden. Damit die Kosten dafür nicht den Rahmen sprengen, soll er während der Schul- und nicht innerhalb der teuren Ferienzeit stattfinden. Angela hat einen geräumigen Caravan gemietet. "Im August kostet er 1000 Pfund pro Woche, so viel habe ich nicht. Also habe ich die Woche ab dem 14. September gebucht, für 400 Pfund. Das war das Maximum, das ich mir leisten konnte."

Gepostet von Angela Rose am Montag, 4. Juni 2018

Rose beantragte daher für ihren Jüngsten, den achtjährigen Carlo, dass er vom 13. bis 22. September vom Unterricht befreit würde. "Ich musste einen Antrag ausfüllen und begründen, warum ich meinen Sohn während der Schulzeit aus der Schule nehmen möchte", zitiert "TheBreastCancerSite" Rose. "Ich habe erklärt, dass ich Krebs im Endstadium habe und dies wohl unser letzter gemeinsamer Urlaub würde."

Die Schule lehnt den Antrag ab

Völlig unerwartet lehnte die Stanton Middle School in Milton Keynes die Beurlaubung des Kindes ab. Die Begründung der stellvertretenden Schulleiterin lautete: Eine solche Ausnahme könne nur unter "außergewöhnlichen Umständen" genehmigt werden. Zwar habe Carlo eine erfreuliche Präsenz von 98 Prozent, doch bedauere sie, in diesem Fall keine Genehmigung erteilen zu können. Würde er dennoch fehlen, gelte es als unerlaubte Abwesenheit.

I applied for Carlo to have a week off of Stanton middle school in September due to me being terminal with cancer and...

Gepostet von Angela Rose am Donnerstag, 26. Juli 2018

"Wenn eine sterbende 36-jährige Mutter um eine Beurlaubung ihres Sohns für einen wohl letzten Urlaub keine außergewöhnlichen Umstände sind", so Angela, "wage ich mir gar nicht vorzustellen, was welche wären". Angela bat in der Onkologie um einen Brief an die und nahm Kontakt zu Radiosendern und Zeitungen auf. Auf keinen Fall wollte sie, dass ihr Sohn unentschuldigt fehlt. Dann ging ihr Facebook-Posting viral, ebenso wie ein Bericht der örtliche Online-Nachrichten.

"Wir hätten das vorher prüfen sollen"

Die Schule musste reagieren – und tat es auch. Es folgten ein herzlicher Entschuldigungsbrief der Schulleiterin und die Genehmigung der Beurlaubung. Der britische "Mirror" zitiert den Schulsprecher: "Obwohl wir von ihren Gesundheitsproblemen wussten, war uns das volle Ausmaß nicht bewusst. Wir hätten das vorher prüfen sollen und haben es nicht getan. Es tut uns schrecklich leid."

Nun steht der Reise mit ihren drei Kindern und Freunden, die sie während der Zeit pflegen, nichts mehr im Weg.

Wissenscommunity