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Sexistische Werbung erntet Shitstorm: Frauen mit behaarten Beinen sind Männer

Die Werbekampagne "Don't Risk Dudeness" soll witzig sein. Auf Twitter kommentieren Userinnen, wie brillant sie das finden: #not. Gestern gelauncht, heute im Shitstorm: Veet verprellt seine Zielgruppe.

Ein Kommentar von Susanne Baller

"Ich hab' mich gestern erst rasiert!" Enthaarungscreme-Hersteller Veet ist mit seiner neuen Werbecampagne ins Fettnäpfchen getreten

"Ich hab' mich gestern erst rasiert!" Enthaarungscreme-Hersteller Veet ist mit seiner neuen Werbecampagne ins Fettnäpfchen getreten

Einen kräftig behaarten, vollbärtigen Mann in ein rosa Nachthemd zu stecken und ihn mit Mädchenstimme und schuldbewusstem Blick auf die entsetzte Reaktion des Freundes sagen zu lassen "Ich hab mich aber gestern erst rasiert!", hält ein amerikanischer Enthaarungscreme-Hersteller für witzig. Für so lustig, dass unter dem Titel "Don't Risk Dudeness" (Riskier kein Kerlsein) gleich eine ganze Kampagne mit verschiedenen Clips entstand. In jedem Filmchen verwandelt sich eine hübsche Frau wegen schlecht rasierter Bein- oder Achselhaare in einen bärigen Kerl. Haarhaar.

Mit diesem Werbe-Ansatz hätte die Firma Veet in den 1960er Jahren versuchen können, Frauen ein schlechtes Gewissen einzureden. Damals haben sich Frauen allerdings noch nicht rasiert. Die amerikanische Website "The Daily Dot" trägt ein paar Twitter-Reaktionen amerikanischer Userinnen zusammen, Kundinnen von Veet werden die ganz sicher nicht.

Dass es mittlerweile viele Frauen gibt, die sich ganz bewusst dafür entscheiden, die Enthaarungsmode nicht mitzumachen, hat Veet offensichtlich ignoriert. Dass es viele Frauen gibt, die sich zwar ihrer Körperbehaarung entledigen, denen aber das Klischee der Vermännlichung dennoch aufstößt, ebenfalls. Die veralteten Stereotypen kommen 2014 exakt zum falschen Zeitpunkt. Nicht nur Feminist(inn)en, auch Lesben, Schwule, Transgender, Bi- und Intersexuelle kämpfen seit Jahrzehnten dagegen an und finden endlich Gehör in großen Teilen der Gesellschaft. Die Veet-Kampagne ist ein Rückschritt in verstaubte, sexistische Zeiten.

Die kalifornische Organisation #link;http://therepresentationproject.org/; The Representation Project# sammelt Werbung, Clips und Medien, die auf Sexismus setzen und kreierte den Hashtag #notbuyingit, unter dem entsprechende Beispiele veröffentlicht werden. Das deutsche Twitter-Pendant heißt #ichkaufdasnicht.

Dass ein Taxifahrer - wie in einem weiteren Clip zu sehen - einen Mann im Kleid stehen lässt, ist unwahrscheinlich und eine Frau mit Achselhaaren würde auch jeder mitnehmen. Alles falsch gemacht, Veet.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.