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Behinderung: "Ich bin stolz auf ihn": Sohn erzählt, wie es ist, mit einem Vater mit Down-Syndrom aufzuwachsen

Sader Issas Vater lebt mit dem Down-Syndrom, dennoch ist die Beziehung der beiden stark und liebevoll. Der Sohn sagt: "Ich würde mir keinen anderen Vater wünschen."

Sader Issa und sein Vater mit Down-Syndrom

Die Geschichte des Syrers Jad Isaa zeigt, dass Menschen mit Down-Syndrom sehr wohl ein erfülltes Leben haben können – und zwar auch ein erfülltes Familienleben. Seit 23 Jahren ist er mit seiner drei Jahre älteren Frau verheiratet, vor 21 Jahren wurde ihr Sohn geboren. Jad Issa ist stolzer Vater, und sein Sohn Sader Issa spricht nun öffentlich darüber, wie großartig es ist, einen Vater mit Down-Syndrom zu haben.

"Ich bin stolz auf meinen Vater. Mein ganzes Leben lang hat er mich immer unterstützt, wenn ich ihn brauchte", erzählte Sader Issa dem Portal "Bored Panda". Sader ist mittlerweile erwachsen und angehender Zahnarzt. Sowohl als Kind als auch als Erwachsener hatte er nicht nur ein normales Verhältnis mit seinem Vater, sondern sogar ein so inniges, dass wahrscheinlich viele andere Söhne darauf neidisch sein würden.

Vater mit Down-Syndrom: Seine Liebe ist bedingungslos

Vor allem schätzt Sader Issa an seinem Vater dessen bedingungslose Liebe für alle Menschen, sagte er der syrischen Gesellschaft für soziale Entwicklung: "Er erwartet keine Gegenleistung." Deshalb sei sein Vater trotz seiner Behinderung auch in seinem ganzen Umfeld sehr beliebt und hoch angesehen. "Er hat versucht, mir eine ganz normale Kindheit zu ermöglichen."

So konnte Sader Issa zu einem Mann heranwachsen, der viel von seinem Vater fürs Leben gelernt hat. Er lehrte ihn, anderen mit Wohlwollen zu begegnen. "Ich bin genauso stolz auf ihn wie er auf mich", sagt Sader. Für ihn ist klar: "Ich würde mir keinen anderen Vater wünschen." Vater Jad Issa erzählt gerne vom Werdegang seines Sohnes. "Immer, wenn er jemanden zum ersten Mal trifft, sagt er: 'Mein Sohn ist ein Doktor'", erzählt Sader Issa. "Man kann in seinen Augen die Freude und Zufriedenheit sehen, als wollte er sagen: Ja, ich habe Down-Syndrom, aber ich habe diesen Mann erzogen und alles in meiner Macht stehende getan, um ihm zu helfen, ein Arzt zu werden und anderen zu helfen."

Viele entscheiden sich für eine Abtreibung

Dass Menschen mit Down-Syndrom Eltern werden, kommt nur sehr selten vor. Für Sader Issa ist es ganz normal, mit einem Vater mit Down-Syndrom zu leben – er selbst kannte es nie anders. Doch immer wieder muss er feststellen, mit welchen Vorurteilen die Gesellschaft Menschen mit Down-Syndrom begegnet und wie sie sie ausgrenzt. Deshalb hat er sich entschlossen, mit seiner Familiengeschichte an die Öffentlichkeit zu treten. "Ich wünsche mir, dass alle Menschen verstehen würden, dass man sich nicht dafür schämen muss, anders zu sein. Menschen mit Down-Syndrom sind anders, aber sie haben Gefühle, Hoffnungen, ihren eigenen Kopf und sie können ein normales Leben führen, wenn sie sozial akzeptiert werden und die Gesellschaft sie unterstützt."

Georgia Knoll aus Australien hat das Down-Syndrom und darf für einen Tag Flugbegleiterin sein.

Ungeborene Kinder, bei denen das Down-Syndrom festgestellt wird, kommen oft gar nicht erst auf die Welt. In vielen Fällen entscheiden sich die Eltern für eine Abtreibung. Sader Issa macht das traurig: "Für viele Frauen ist es die schlimmste Vorstellung, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen. Viele entscheiden sich dann für eine Abtreibung. Wenn meine Großmutter so gedacht hätte, wäre ich jetzt nicht hier."

Quellen: "Bored Panda" / Syrian Society for Social Development

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