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Schleswig-Holstein: Standesbeamter wollte lesbisches Paar loswerden

Ein Standesbeamter in Lauenburg wollte die Lebenspartnerschaft eines lesbischen Paares nicht eintragen. Telefonisch bat er die Frauen, sich ein anderes Standesamt zu suchen.

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind noch immer nicht für jeden Normalität (Symbolbild)

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind noch immer nicht für jeden Normalität (Symbolbild)

Auf den Widerstand eines Standesbeamten ist in Schleswig-Holstein der Heiratswunsch eines lesbischen Paares gestoßen. Der Mann habe sie angerufen und ihr nahegelegt, sich doch ein anderes Standesamt zu suchen, sagte die Ratzeburger CDU-Stadträtin Lara Fabinski am Donnerstag. Die "Lübecker Nachrichten" hatten zuvor über den Fall berichtet.

Fabinski und ihre Verlobte hatten den Termin zur Eintragung ihrer Lebenspartnerschaft - so die offizielle Bezeichnung - Wochen zuvor beim Standesamt angemeldet. Eigentlich habe eine Beamtin die Zeremonie vollziehen sollen, sagte Fabinski. Da diese aber krank geworden sei, habe der Kollege einspringen müssen.

Dieser habe ihr dann telefonisch mitgeteilt, er werde die Eintragung zwar vornehmen, weil die Frauen ein Recht darauf hätten, sagte Fabinski. Er sei mit dieser Lebensweise aber nicht einverstanden und werde dem Paar nicht gratulieren. "Das ist diskriminierend - schlimmer als in Bayern", zitierten die "Lübecker Nachrichten" Konstanze Gerhard vom Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein.

"Wir vermuten die streng religiöse Einstellung des Mannes als Ursache", sagte der Sprecher der Stadt Ratzeburg, Mark Sauer. Das sei jedoch keine Entschuldigung für sein Verhalten.

Für Fabinski und ihre Freundin wird aber doch noch alles gut. Sie wollten sich am Freitag das Jawort geben - vor der Leiterin des Standesamtes, die dafür aus dem Urlaub geholt wurde. "Im nächsten Jahr werden wir uns auch kirchlich segnen lassen. Dabei wird es keine Probleme geben, denn der Pastor ist mein Cousin", sagte Fabinski.

tkr/DPA / DPA

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