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Vergewaltigungs-Skandal: Stanford-Täter soll Nackt-Fotos des Opfers an Freunde versendet haben

Sechs Monate Haft lautete das Urteil für Brock Turner, der an der Elite-Uni Stanford eine Frau sexuell missbrauchte. Neue Details aus dem Polizeibericht deuten daraufhin, dass er sein bewusstloses Opfer auch nackt fotografiert haben könnte.

Ex-Stanford-Student Brock T.

Ex-Stanford-Student und Schwimmer Brock T. erhielt ein mildes Urteil: sechs Monate Haft für einen sexuellen Übergriff

Dieser Fall sorgt in den USA seit Wochen für Schlagzeilen: Brock Turner, ein ehemaliger Student der Elite-Uni Stanford, hat eine bewusstlose Frau hinter einem Müllcontainer sexuell missbraucht. Dafür wurde er Anfang des Monats vom Gericht zu sechs Monaten Haft verurteilt, vermutlich werden es wegen guter Führung jedoch nur drei. Zu wenig, sagen viele Kritiker und Prozessbeobachter, die vor allem wegen Turners geringem Schuldbewusstsein entsetzt sind. Nun kamen neue Details der grausamen Tat vom 17. Januar 2015 an die Öffentlichkeit.

Im Polizeibericht, der nun veröffentlicht wurde, ist auch die Rede von einem möglichen Nacktfoto, das der Täter von seinem Opfer gemacht haben soll. Offenbar gibt es Anzeichen dafür, dass der 20-Jährige ein Oben-Ohne-Bild der Frau in einen Gruppen-Chat postete. "Dailymail.co.uk" veröffentlichte ein Foto des entsprechenden Screenshots. Ein Kommilitone von Turner kommentierte offenbar in der Chat-App "GroupMe" ein gesendetes Foto mit den Worten: "Wessen Titten sind das?". Das Bild selbst sei jedoch gelöscht worden - von wem ist noch unklar. Ein Zeuge hatte außerdem ausgesagt, dass Turner in der Nacht des Vorfalls mit einem Handy mit Taschenlampenfunktion in der Hand über der bewusstlosen Frau stand.

Opfer verlas im Gericht emotionalen Brief an den Täter

Diese Woche hatte ein emotionaler Brief des anonym bleibenden Opfers weltweit für Aufsehen gesorgt. In berührenden und sehr drastischen Worten schilderte sie ihr Leiden seit dem Missbrauch und forderte Turner auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und zu der Tat zu stehen. Brock Turner hatte in seiner Erklärung sein Verhalten auf Alkoholkonsum geschoben, sein Vater stellte ihn als Opfer dar. 

Der US-Vizepräsident Jo Biden veröffentlichte diese Woche auf "Buzzfeed.com" einen Brief an das Opfer und lobte sie für ihren Mut. Er sei rasend vor Wut, angesichts dessen, was der 23-Jährigen passiert sei. Sie sei in dieser schrecklichen Nacht von vielen im Stich gelassen worden. "Deine Worte werden Menschen helfen, die du nie getroffen hast. Aber du hast ihnen die Kraft zu Kämpfen gegeben. Und deshalb bin ich mir sicher, dass du Leben gerettet hast", schreibt er.

sst

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