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Britische Modejournalistin zeigt Foto der Tochter: Zehnjährige mit Jagdgewehr und Blut im Gesicht

Eine britische Modejournalistin hat ein Foto ihrer zehnjährigen Tochter bei Instagram gepostet. Es zeigt sie mit einem Jagdgewehr und Blut im Gesicht. Das regt nicht nur Tierschützer auf.

Von Susanne Baller

Stein des Anstoßes: die zehnjährige Cece mit toter Ente in der Hand

Stein des Anstoßes: die zehnjährige Cece mit toter Ente in der Hand

Susannah Constantine hat einen Eklat ausgelöst. Die britische Modejournalistin, die in England für viele als Koryphäe in Sachen Stil gilt, hat ein Bild ihrer Tochter auf Instagram gepostet - und die "Daily Mail" hat es veröffentlicht. Das Foto, das bereits über ein Jahr alt ist, zeigt die damals zehnjährige Cece mit einer toten Ente in der Hand, ihrer ersten Jagdbeute. Wie es unter vielen Jägern üblich ist, hat ihr jemand Blut auf die Wange geschmiert, ein Ritual, mit dem der erste Abschuss ausgezeichnet wird.

So viele Fans und so viel Erfolg Susannah Constantine auch hat - ihre Bücher verkaufen sich millionenfach - so viele Kritiker hat sie offenbar. Die treten nun, nach der Veröffentlichung der Bilder ihrer Tochter, an die Öffentlichkeit. Sie sei eine schlechte Mutter, heißt es etwa auf Twitter, weil sie ihrer Tochter ein Gewehr gebe. Sie solle ihren Kindern lieber Respekt vor Tieren beibringen als das Schießen, heißt es weiter.

Konservative Werte

Constantine selbst begleitete ihren Vater zum ersten Mal mit sieben Jahren auf die Jagd. Sie stammt aus einer wohlhabenden Familie und wuchs sehr privilegiert auf einem Weingut auf, wurde zunächst von einem Privatlehrer unterrichtet und ging später auf Privatschulen. Ihr Vater war Absolvent des Eton Colleges, das später zum Beispiel auch die Prinzen William und Harry besuchten. Susannah Constantine war in den 1980er Jahren acht Jahre lang mit dem Sohn von Prinzessin Margaret liiert. Heute ist sie mit einem dänischen Geschäftsmann verheiratet und hat mit ihm drei Kinder. Cece ist ihre jüngste Tochter.

Kinder mit Gewehren, Initiationsriten wie im Mittelalter, das Töten von Tieren als Hobby der gehobenen Gesellschaft - die Lebensweise einer traditionellen britischen Familie passt nicht mehr in die heutige Weltanschauung. Constantine hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie gerne jagt. Die "Daily Mail" zitiert sie in einem Interview von 1990: "Ich bin fit, weil ich jedes Wochenende mit den Belvoir in Leicestershire, wo meine Eltern leben und ich aufgewachsen bin, zur Jagd gehe … es ist entspannend, weil du in deinem Sattel sitzt und dich genau darauf konzentrieren musst, was du gerade tust." Das Schloss Belvoir kennt, wer schon einmal "Der kleine Lord" gesehen hat.

Tory-Tradition

Dass Constantine die Werte ihrer Familie an ihre Kinder weitergibt, entspricht der klassischen, konservativen Tory-Lebensweise. Da werden Rituale wie "Blut ins Gesicht schmieren" nicht hinterfragt, weil sie seit Jahrhunderten zur Tradition gehören. Gehasst wurde die Upper Class dafür schon immer. Nicht nur von Tierschützern.

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