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Verstoß gegen Richtlinien Mutter filmt sich beim Stillen und wird von TikTok gesperrt

Frau stillt Baby
Stillen in der Öffentlichkeit gilt immer noch als Tabu
© Anthony Devlin / Picture Alliance
Auf TikTok wollte eine Frau Tipps geben, wie Mütter diskret in der Öffentlichkeit ihre Babys stillen können. Doch das Netzwerk löschte das Video und sperrte ihren Account – obwohl gar keine nackte Haut zu sehen war.

Babys zu stillen ist für Mütter eigentlich eine Selbstverständlichkeit – doch in der Öffentlichkeit gilt es immer noch als Tabu. Das ist nicht nur in Restaurants und Cafés zu beobachten, wo Mütter immer wieder Probleme mit Personal und anderen Gästen bekommen, wenn sie ihren Babys dort die Brust geben. Auch im Internet sind Bilder von stillenden Müttern vielerorts anscheinend nicht erwünscht.

Etwa auf der Plattform TikTok. Dort tummeln sich vor allem junge Nutzer, aber auch Mütter wie Emma O'Donnell. Die 33-jährigen Schottin hat drei Kinder und ist in den sozialen Netzwerken sehr aktiv: Auf TikTok folgen ihr mehr als 8.000 Nutzer, auf Instagram sind es  sogar mehr als 37.000. Kürzlich aber hatte O'Donnell Ärger im Netz: TikTok löschte ein Video, in dem sie Tipps zum Stillen gab, und blockierte auch ihren Account für einige Tage.

Dabei war in dem Video, das mittlerweile wieder auf O'Donnells Account verfügbar ist, gar keine nackte Haut oder ähnliches zu sehen. Genau das war nämlich der Sinn des Posts: O'Donnell wollte anderen Müttern Tipps geben, wie sie diskret in der Öffentlichkeit stillen können. TikTok teilte ihr dennoch mit, dass der Inhalt gegen die Regeln des Netzwerks verstoße. Nur eine Stunde nach dem Hochladen wurde das Video gelöscht.

Auch nachdem O'Donnell sich beschwerte, änderte TikTok seine Meinung nicht. Erst nach längerem Hin und Her durfte sie den Clip doch veröffentlichen. Wenn sie in Unterwäsche ohne Baby herumgetanzt hätte, hätte TikTok das Video wohl nicht entfernt, beschwerte sich Emma O'Donnell auf Instagram.

Die Schottin setzt sich dafür ein, dass Stillen in der Öffentlichkeit normal wird. "Leider passiert das nicht zum ersten Mal. Überall werden Posts von Frauen entfernt, weil sie mit etwas, das vollkommen natürlich ist, gegen die Richtlinien verstoßen", beklagt sich O'Donnell. Frauen würden von der Gesellschaft als "sexuelle Spielzeuge" behandelt: "Wir können mit heraushängenden Brüsten herumstolzieren, aber wage es nicht, sie für den Zweck zu benutzen, für den sie eigentlich gedacht sind."

Quellen: Emma O'Donnell auf TikTok / Emma O'Donnell auf Instagram

epp

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