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Tumblr "Bildkorrektur": Wenn Fakten die Angst erschlagen

Der Flüchtlingsstrom macht vielen Deutschen Angst, in den sozialen Medien haben sich längst Lager gebildet. Gegen Angst helfen Fakten, dachte sich eine Gruppe von Zeichnern. "Bildkorrektur" nannten sie ihren großartigen Tumblr.

Rot ist die Angst, blau die Realität: Wie und warum der Tumblr "Bildkorrektur" entstand, erzählt die Illustratorin Alexandra Klobouk im Interview mit dem stern.

Sie sind die Initiatorin des Tumblrs "Bildkorrektur"?
Ich habe anfangen, die Leute einzuladen, aber ich fühle mich jetzt nicht als der Kopf der ganzen Geschichte.

Aber wer ist es dann?
Ich war die Ideengeberin, aber es haben sich ja alle daran beteiligt. Deswegen würde ich nicht sagen, ich bin der Chef. Ohne die Beiträge der anderen wäre das nicht möglich gewesen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
Das war Anfang, Mitte September, als die Flüchtlinge in München ankamen, das ganze groß durch die Presse ging und die Diskussion sehr emotional wurde. Da habe ich mich mit meinem Freund darüber unterhalten, dass es wichtig wäre, mehr über Fakten zu sprechen und weniger Lager aufzumachen. Auf beiden Seiten. Es gab auch auf der Pro-Flüchtlings-Seite sehr viele Reaktionen, die emotional und emotionalisierend waren. Man merkte in den letzten Monaten, wie immer mehr diffuse Ängste auftauchten, die ja auch verständlich sind. Auch, weil das Thema in der Presse so dramatisch wirkte. Es gab zwar Fakten in verschiedenen Zeitungen, aber wir hatten das Gefühl, dass die relativ wenig gelesen werden.

Weil sie zu trocken aufbereitet waren?
Ja. Es entstanden zwar Facebook-Diskussionen, aber in den sozialen Medien sind Bilder einfach wesentlich erfolgreicher. Ich habe mich gefragt, wie ich mich beteiligen kann. Ich hatte das Gefühl, ich will meinen Beitrag leisten, aber was kann ich tun, außer einmal zu einem Flüchtlingsheim zu fahren? Ich bin Illustratorin, ich kenne viele Illustratoren, unsere Arbeitsweise ist visuelle Kommunikation, also trockene Fakten so aufzubereiten, dass man Lust hat, sich damit auseinanderzusetzen. Ich habe also angefangen, meine ganzen Kollegen einzuladen, die dann glücklicherweise auch gleich dabei waren.

Wie viele Motive sind entstanden?
Das ist eine gute Frage, das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Ich glaube, aktuell sind es 15. Während wir das gemacht haben, haben sich die Zahlen und Daten immer wieder verändert. Wir hatten das große Glück, mit Felix Denk zusammenarbeiten zu können, der beim "Fluter" arbeitet, dem Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung. Er hat uns den journalistischen Hintergrund geliefert, weil wir Bilder mit fundierten Texten bringen wollten.

Wie sind Sie organisatorisch vorgegangen? Hat sich jeder Illustrator ein Thema ausgesucht?
Anfangs habe ich aus verschiedenen Listen die klassischen sogenannten Bürgerängste recherchiert. Sogar die "Bild"-Zeitung hat inzwischen ein Format "Bürger fragen, Bild antwortet". Zusammen mit Felix habe ich die Quellen und Aussagen gecheckt und dann meinen Kollegen dieses Dokument angeboten. Die haben sich die Punkte rausgesucht, die sie am meisten interessiert haben. Der Rest wurde verteilt und jeder hat sich seinen Zugang erarbeitet.

Trotz der unterschiedlichen Fakten wirkt der Tumblr wie aus einem Guss.
Die Stile und die Arbeitsweisen der Leute sind total unterschiedlich, deswegen haben wir beschlossen, Rahmenbedingungen festzulegen. In dem Fall waren es das Bildformat, das Angst-Antwort-Format und die Farbgebung. Man sollte erkennen, dass es eine Reihe ist, die aus einer Idee entstand, aber bei der jeder seine spezielle Herangehensweise hat.

Welchen Zweck verfolgen Sie mit dem Tumblr?

Wir haben geguckt, wie es in der Realität tatsächlich aussieht. Wir denken, Angst ist ein schlechter Ratgeber und je mehr man weiß, desto besser kann man sich ein eigenes Bild machen. Wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben, sich zu informieren und sich ihre eigene Meinung zu bilden. 

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.