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Texas Mutter verdient genug Geld mit Müllsammeln, um ihren Job zu kündigen

Kosmetikprodukte im Müll
Kosmetikprodukte werden von großen Handelsketten oft weggeworfen – für Tiffany She'ree sind sie eine Einnahmequelle
© Dumpsterdivingmama / Instagram
Tiffany She'ree sucht im Müll von großen Geschäften nach Waren und verkauft diese weiter. Damit hat sie ein so gutes Einkommen, dass sie sogar ihren eigentlichen Job aufgeben konnte.

Tiffany She'ree verdient ihren Lebensunterhalt damit, im Müll anderer Leute herumzuwühlen. Das klingt erst einmal tragisch, demütigend und entwürdigend. Doch die 32-Jährige aus dem US-Bundesstaat Texas ist vollauf zufrieden damit. Sie verdient damit sogar so gut, dass sie mittlerweile ihren eigentlichen Job gekündigt hat.

@dumpsterdivingmama CUTE FALL HAUL FROM KIRKLANDS BUT SERIOUSLY, YOU HAD ONE JOB. EATHER 🤣 #DUMPSTERDIVINGMAMA #trashpanda #FOLLOWOTHERACCOUNT @classysassydumpstadiva ♬ original sound - Tiffany She'ree

Seit viereinhalb Jahren macht sich die Mutter von vier Kindern regelmäßig auf den Weg, um im Müll nach noch brauchbaren Gegenständen zu suchen. "Dumpster Diving" nennt man das in den USA, in Deutschland wird diese Aktivität als "Containern" bezeichnet. Oft werfen Privatleute, vor allem aber Geschäfte, Dinge weg, die noch wie neu sind. So hat Tiffany She'ree zum Beispiel kürzlich eine Kaffeemaschine im Wert von 750 Dollar gefunden.

800 bis 1000 Dollar in der Woche mit Müllsammeln

Auf Instagram und TikTok veröffentlicht sie ab und zu ihre Funde: Beauty-Produkte, Kinderspielzeug, Elektrowaren. Mit dem Weiterverkauf der Waren macht She'ree einen so großen Gewinn, dass sie ihren Job in einem Café aufgegeben hat. Nun ist sie Müllsammlerin in Vollzeit – das bringe ihr zwischen 800 und 1000 Dollar pro Woche, sagte She'ree der "Daily Mail".

Auf den Trichter kam die 32-Jährige vor etwa fünf Jahren, als sie ein Youtube-Video zu dem Thema sah. Darin durchsuchten zwei junge Frauen den Müll: "Als ich ihre Beute sah, wusste ich, dass ich das auch probieren musste." Gleich ihr erster Versuch Anfang 2017 war ein voller Erfolg: Sie stieß auf ein Paket mit neuen Make-Up-Produkten im Wert von 1200 Dollar. Seitdem geht Tiffany She'ree regelmäßig auf Beutejagd – oft kommen sogar ihr Lebensgefährte oder ihre Kinder mit. Am lukrativsten sind dabei natürlich die Müllhalden großer Kaufhäuser, die Waren wegen kleinerer Fehler entsorgen oder einfach Ladenhüter loswerden wollen.

Mehrere kleine weiße Beutel mit Silica-Gel liegen auf einem Haufen

Vieles von dem was She'ree und ihre Familie finden, wird verkauft. Einiges nutzt die Familie aber auch selbst, zum Beispiel Kleidung oder Dekorationsgegenstände für das Haus, und spart sich so einige Ausgaben. Auch der große Fernseher der Familie stammt aus dem Müll. "Wir haben fast drei Viertel unseres Haus mit Gegenständen aus dem Müll eingerichtet, von Couch über Tische und Stühle bis zur Deko", erzählt She'ree. Allein 2021 habe sie damit 3000 Dollar eingespart.

In Deutschland gilt Containern als Diebstahl

In Deutschland ist das Containern umstritten. Während vom moralischen Standpunkt her viele argumentieren, dass das Sammeln von Müll – vor allem weggeworfenen Lebensmitteln – unbedenklich und sogar nachhaltig sei, sieht die juristische Sichtweise anders aus. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte 2020, dass es sich dabei um eine Straftat handele. In dem Fall hatten zwei Studentinnen einen verschlossenen Müllcontainer geöffnet, um an Lebensmittel zu kommen.

Auch Tiffany She'ree sieht sich solchen Vorwürfen manchmal ausgesetzt. Sie sagt jedoch: "Ich freue mich, dass ich Gegenstände aus dem Müll retten und damit meinen Teil dazu beitragen kann, den Planeten und die Umwelt zu schützen." Und offenbar verdient sie auch nicht schlecht daran.

Quellen: "Daily Mail" / Dumpsterdivingmama auf Instagram / Dumpsterdivingmama auf TikTok

epp

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