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Smarter Protest von Schülern beeindruckt ihren Direktor

Eine kalifornische High School verbietet Mädchen plötzlich, schulterfreie Tops zu tragen. Wegen Zuwiderhandlung mussten diverse Schülerinnen zum Direktor. Ihre männlichen Mitschüler nahmen das nicht einfach so hin.

Zwei männliche Schüler tragen schulterfreie Shirts

Männliche Schüler protestierten gegen eine neue Schulordnung, die den Mädchen zu Beginn der Schuljahres schulterfreie und halterlose Tops verbot. Der Direktor zeigte sich beeindruckt und will das Thema Kleiderordnung nun zur Diskussion stellen. 

Am 14. August hat an der kalifornischen San Benito High School (SBHS) das neue Schuljahr begonnen und damit ist eine seit Jahren bestehende Kleiderordnung zum ersten Mal in Kraft getreten: Den weiblichen Schülern wird darin untersagt, in schulterfreien oder halterlosen Shirts zur Schule zu kommen. Die aktuelle Sommermode war für den Direktor vermutlich der Anlass, die bislang ungelebte Verordnung zum ersten Mal umzusetzen. Rund 50 Schülerinnen und Schüler sollen gleich am ersten Tag zum Direktor gerufen worden sein, weil sie sich nicht an die Kleiderordnung gehalten hätten, erklärte eine Schülerin via Twitter-Direktnachricht dem Portal "Yahoo Style". Diejenigen in schulterfreien Shirts völlig überrascht von der plötzlichen Inkrafttretung der Klausel. "Der Dresscode war in den vergangenen zwei Jahren, die ich an der Schule bin, nie ein Thema", sagte die 16-Jährige weiter. Sie habe auch im vergangenen Schuljahr immer wieder mal schulterfreie Tops getragen und "das war okay, so wie bei vielen anderen Mädchen auch". Sie meint: "Schulterfreie Shirts sind gerade total modern. Das tut doch niemandem weh."

Für die rund 3000 Schüler der High School war die Umsetzung der Klausel eine Provokation, der sie mit kreativem Protest begegneten – indem sie Bewusst in der nicht erwünschten Kleidung zur Schule kamen. Und zwar nicht nur die Mädchen.


Die Schülerin versteht den Grund für die neue Reglementierung nicht: "Die Verwaltung sagt, es sei für unsere eigene Sicherheit, aber ich verstehe nicht, wovor sie uns beschützen wollen. Ich glaube nicht, dass jemand dumm genug ist, einfach ein Shirt herunterzuziehen, niemand hat das Recht, mich oder jemand anderen zu berühren. Es gibt keinen Grund zur Sorge."


Adrian Ramirez, der Direktor der SBHS, reagierte erstaunlich klug auf den solidarischen Protest seiner Schülerinnen und Schüler. Die letzten Ereignisse rund um das schulterfreie Shirt hätten einige sehr lehrreiche Erlebnisse für die gesamte Schul-Community hervorgebracht. Ramirez suchte das Gespräch mit den Schulsprechern und anderen interessierten Schülern, um den Dresscode zu diskutieren und ihren Bedenken Gehör zu verleihen.

Bei den Treffen stellte sich heraus, dass die Schüler glaubten, die Verwaltung verbiete die Shirts, weil sie männliche Schüler ablenken könnten. Das verneinte der Direktor in einem Schreiben. Der Schule gehe es vielmehr darum, die Jugendlichen auf das Leben im beruflichen Umfeld vorzubereiten. Die Diskussionen und die Erfahrung, sich zu diesem Thema zusammenzusetzen, seien sehr positiv gewesen. Man wolle nun ein Schüler-Komitee bilden, um im Dialog zu der veralteten Kleiderordnung zu bleiben. Ziel sei, in enger Abstimmung für eine gerechte Umsetzung zu sorgen.


bal

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