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Großbritannien: Entschädigung wegen Diskriminierung: 14-Jährige hatte wegen ihres Afros die Schule verlassen müssen

Eine Schülerin hat eine Klage gegen ihre frühere Schule gewonnen. Nun wird sie mit 10.000 Euro entschädigt. Die Lehrer der Schule hatten sie wiederholt nach Hause geschickt, weil ihr Afro gegen die Kleiderordnung der Schule verstieße. 

Eine junge Frau mit Afro und Rucksack

Der Afro-Look kam mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in Mode und ist eine natürliche Form, lockiges Haar zu tragen (Symbolbild)

Getty Images

Ruby Williams ist 14 Jahre alt, als sie wiederholt von Lehrern ihrer Schule, der Urswick School in London, nach Hause geschickt wird. Doch das lag nicht an schlechtem Benehmen oder freizügiger Kleidung: Sie musste wegen ihres Haars den Unterricht verlassen. Damals trug Ruby einen Afro. Der verstieße, so die Meinung der Lehrer und Lehrerinnen, gegen die Kleiderordnung der Schule. Zudem würde ihr Afro anderen Schülern den Blick auf die Tafel verdecken. Jahrelang litt Ruby darunter, dass sie wegen ihres "zu voluminösen Haars" nach Hause geschickt worden war. Ihre Eltern verklagten die Schule wegen Diskriminierung – erfolgreich. Ein Gericht entschied nun, nach einem dreijähren Rechsstreit, dass Ruby 8500 Britische Pfund, umgerechnet zirka 10.000 Euro, Entschädigung bekommt.

Rubys Haare waren "zu voluminös"

Wie die BBC berichtet, stand in der Kleiderordnung der Schule, dass "ein Afro eine angemessene Größe und Länge haben müsse". Die Lehrer forderten die Teenagerin auf, ihren Afro zu schneiden oder die Haare in anderer Form zu tragen. Ruby folgte den Anweisungen des Schulpersonals. Jeden Morgen steckte sie über 30 Minuten ihrer Zeit in eine Frisur, die für die Schule akzeptabel war. Auch ihre Eltern versuchten zuerst, dem Willen der Schule nachzukommen. Sie investierten viel Zeit und Geld, um das Haar ihrer Tochter schneiden oder flechten zu lassen.

Ruby litt unter der Zurückweisung ihrer Lehrer. Auch die anderen Schüler machten sich über sie und ihre Frisur lustig. "Werde ich wirklich nach Hause geschickt, weil meine Haare so aus meinem Kopf wachsen, wie sie sind?", fragte sich Ruby. 

Ein Vater im US-Bundesstaat New Jersey wird erfinderisch, um die Haare seiner beiden Töchter zu trocknen.

Rubys Eltern verklagten die Schule wegen Diskriminierung

Sie ging zu dieser Zeit nicht gerne zu Schule. Ihre Eltern bemerkten bei ihr erste Anzeichen einer Depression. Rubys Hausarzt und ein klinischer Psychologe schrieben der Urswick School Briefe, in denen sie warnten, dass Rubys Gesundheit litt. Die Schule reagierte nicht. Rubys Eltern entschieden, das Verhalten der Schule nicht weiter zu akzeptieren – und verklagten sie wegen Diskriminierung. Das war im Jahr 2016.

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Ruby ist heute 18 Jahre alt und macht ihr Abitur – auf einer anderen Schule. Dort fühlt sie sich wohler. "Ich bin definitiv stolz auf mein Haar. Ich bin stolz auf die Fortschritte, die es gemacht hat, und auf die Reise, auf der ich mit ihm war. Ich bin stolz darauf, dass meine Haare 'zu voluminös' sind."

Quelle: BBC

fis

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