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Umweltschutzorganisation: WWF warnt vor größtem Artensterben seit Ende der Dinosaurierzeit

Die Klimakrise und das Artensterben seien die größten Bedrohungen weltweit – davor warnt die Umweltschutzorganisation WWF. Die Umweltschützer fordern in Deutschland einen gesetzlichen Rahmen für mehr Arten- und Biodiversitätsschutz.

 Zwei Bienen versuchen auf einer Wiese einen Platz in einer Krokusblüte zu finden. 

Zwei Bienen versuchen auf einer Wiese einen Platz in einer Krokusblüte zu finden. International und auch in Deutschland sind Rückgänge in den Bienenvölkern zu verzeichnen. 

DPA

Die Umweltschutzorganisation WWF hat vor dem größten Artensterben seit dem Ende der Dinosaurierzeit gewarnt. Innerhalb der kommenden Jahrzehnte könne rund eine Million Arten aussterben, erklärte der WWF am Montag. Neben der Klimakrise sei das Artensterben die größte Bedrohung weltweit. "Artensterben und Erderhitzung sind zwei Seiten einer Medaille und aufs Engste miteinander verwoben", erklärte Christoph Heinrich vom WWF. Ein Beispiel für diesen Zusammenhang sei der Koala, dessen Bestände sich seit 1996 um fast ein Drittel verringert hätten. Vor allem Waldbrände hätten der Art 2019 und 2020 zugesetzt. Bei den Bränden seien "riesige Mengen" Kohlenstoff freigesetzt worden, die zur Erderwärmung beigetragen hätten. Die Erderhitzung selbst begünstige wiederum Waldbrände. Die Folgen des Artensterbens seien nicht einschätzbar.

Umweltschützer fordern Gesetze für mehr Artenschutz

Artenvielfalt sei die Grundlage für funktionierende Ökosysteme, "von denen wir Menschen am Ende selbst abhängen", erklärte Heinrich. Seiner Einschätzung nach kann das Jahr 2020 zum Wendepunkt für die biologische Vielfalt werden. Die Umweltschützer forderten mit Blick auf die diesjährige UN-Biodiversitätskonferenz im Oktober, einen gesetzlichen Rahmen für mehr Arten- und Biodiversitätsschutz zu schaffen. Gleichzeitig solle die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln gefördert werden.

Zudem forderte der WWF, naturschädliche Subventionen zu beenden und Schutzgebiete stärker zu finanzieren. Bei der UN-Biodervisitätskonferenz soll eine neue Strategie für die kommenden zehn Jahre verhandelt werden. Sie soll dazu führen, dass sich Politik und Wirtschaft global bis 2030 auf ein "Leben in Harmonie mit der Natur" ausrichten.

fis / AFP

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